Gleiches Finish, gleicher Sieger: Titelverteidiger Tiznow

Wieder riss das Finish des Breeders Cup Classic die mehr als 80.000 Zuschauer von den Sitzen. Wieder war es ein Herzschlagfinale und wieder war Tiznow der vierbeinige Hauptprotagonist. Der Held des Abends. Wie schon im letzten Jahr hatte der amerikanische Hengst das bessere Ende im höchstdotierten Rennen des Breeders Cup-Tages für sich. Nach Giant`s Causeway im Vorjahr war es dieses Mal der Godolphin-Arc-Held Sakhee, der zu spüren bekam, welch zäher Bursche dieser Tiznow und fast noch mehr dessen Jockey Chris McCarron ist.

Auf Sakhee versuchte Frankie Dettori alles. Doch es reichte nicht. Mit einer Nase schaffte es Tiznow, als erstes Pferd der Geschichte des Breeders Cup, den Titel in Amerikas wichtigster Galopperprüfung zu verteidigen.

Der Sieg von Tiznow war der Sieg seines Jockeys. Denn was Chris McCarron da im Sattel des Hengstes zeigte, das war wie schon im letzten Jahr ein Sahneteilchen. Der in Ehren ergraute Reiter, der viel älter aussieht als die 46 Jahre, die in seinem Pass stehen, putzte im letzten Jahr Mick Kinane mit Giants Causeway weg und nun Frankie Dettori mit Sakhee.

Zu einer Quote von 79:10 sicherte sich Tiznow den Sieg in dem mit 4 Millionen US-Dollar dotierten Rennen, schraubte seine Gewinnsumme damit auf fast 7 Millionen Dollar hoch. Trauner Jay Robbins verfiel schon auf der Tribüne in Freudentänze, konnte sich der Gratulationen gar nicht mehr erwehren. Und Besitzer Michael Cooper, er widmete den Sieg seiner verstorbenen Frau. „This is for you, baby“, mit diesen Worten reckte der sichtlich gerührte Cooper die Siegestrophäe gen Himmel. Tiznow – was ist das nur für ein Pferd? Rennsportgeschichte hat er geschrieben am 27. Oktober 2001.

Aber auch Sakhee zog sich grandios aus der Affäre. „Er ist ja erst kurz zuvor im Arc gelaufen und zudem war es sein erster Start auf Sand. Wenn man das berücksichtigt, hat er eine Super-Vorstellung abgegeben“, so ein trotz der knappen Niederlage glücklicher Frankie Dettori nach dem 2000-Meter Examen. Platz drei ging an Albert the Greate, der seiner ohnehin schon mit vielen Dollars gespickten Karriere noch ein paar Dollars hinzugaloppierte im Breeders Cup Classic.

In diesem hatte der Coolmore-Hengst Galileo mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Schon im Schlussbogen musste sich Mick Kinane auf dem Sadler´s Well-Sohn mächtig rühren. Man merkte schnell, dass nicht der wahre Galileo in den Big Apple gereist war. Zwar war der Hengst zur mageren Quote von 50:10 eines der gewetteten Pferde im Belmont Park, kam aber nicht über einen Platz im Mittelfeld hinaus und hatte mit dem Ausgang des Rennen nichts zu tun.

Ein eher trauriger Abschied eines tollen Pferdes. Denn Galileo wird keine Rennen mehr bestreiten, deckt im nächsten Jahr im Coolmore Stud in Irland. Das 100-Millionen-Pferd, von dem immer die Rede war, hat sich mit einer magern Vorstellung von den Hippodromen verabschiedet. Warum nur, diese Frage stellten sich nach dem Rennen viele, warum nur ist dieser Galileo nicht im Arc gelaufen? Sein Team wird es wissen und vielleicht jetzt bedauern.

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