In den Büros im ersten Obergeschoss der Via Mulin 4 in St. Moritz herrschte am Montag beste Laune. Rudolf Fopp, der Macher von White Turf, hatte vom Management von Lanfranco Dettori (Foto) die Nachricht erhalten, dass der 39-jährige Weltklassejockey am letzten Veranstaltungstag des Meetings auf dem St. Moritzer See in den Sattel steigen wird.
1993 hat er das zuletzt und zum bislang einzigen Mal getan, als er mit Art Sebal Zweiter im Grand Prix wurde. Nun besteht die reelle Chance, dass ab 2010 auch der Große Preis von St. Moritz in die lange Siegerliste bei Lanfranco Dettori aufgenommen wird.
An diesem Wochenende läuft das Polo-Turnier auf dem See. 2010 herrschen weitaus bessere Eisbedingungen als vor zwölf Monaten.
„Die enorme Kälte in den vergangenen Tagen und Wochen hat dazu geführt, dass sich eine kompakte Eisdecke bilden konnte, kein Vergleich zu den Verhältnissen im Januar und Februar 2009“, sagt Rudolf Fopp, verbunden mit der Hoffnung, dass Petrus auch an den Renntagen (7., 14. und 21. Februar) mit White Turf im Bunde ist.
Die Nennungen für die Eröffnungsveranstaltung am 7. Februar sind im Vergleich zum Vorjahr zwar rückläufig, aber mit stark besetzten Feldern darf dennoch gerechnet werden.
Der mit 20.000 Franken dotierte Grand Prix American Airlines (1.800 Meter) gilt als wichtige Vorprüfung für den Großen Preis von St. Moritz. Mit dabei ist First Time, die vor zwei Jahren den Grand Prix gewann und auch 2007 die Nase in Front hatte, damals aber wegen eines unerlaubten Mittels disqualifiziert werden musste.
2009 belegten die von Miroslav Weiss trainierten Song of Victory, Collow und Vlavianus die Plätze eins bis drei im Großen Preis von St. Moritz und sorgten für ein sensationelles Ergebnis des in Zürich-Urdorf arbeitenden Trainers.
Das Trio wurde nun sowohl für den Grand Prix American Airlines als auch für den Gübelin 71. Großer Preis von St. Moritz (121.121 Franken, 2.000 Meter) genannt. Die bekannten Schneespezialisten werden demnach gefordert und rüsten sich für das Europa-Championat auf Schnee.
Wie gemeldet, gingen für das wichtigste Engadiner Ereignis 30 Nennungen ein, darunter auch sechs aus Deutschland.
Zurück zum ersten Renntag. Dort finden neben zwei Trabrennen drei Prüfungen für die Galopper statt. Neben dem Grand Prix American Airlines sind dies der gleichhoch dotierte Grand Prix Handels & Gewerbeverein St. Moritz für die Sprintspezialisten (1.100 Meter).
Zehn Pferde wurden dafür genannt. 13 Meldungen gingen für den Grand Prix Guardaval Immobilien (15.000 Franken, 1.600 Meter) ein.
Zum großen Medienereignis gerät einmal mehr das Skikjöring-Rennen. Ein Dutzend Pferde finden sich auf der Nennungsliste für den Credit Suisse Grand Prix von Samedan, womit die Startmaschine voll belegt wäre. Altstar King George ist mit Jakob Broger an den Leinen wieder einer der Favoriten.
Broger hatte im vergangenen Jahr zusammen mit Franco Moro die Gesamtwertung gewonnen. Letzterer wartet mit Anton Chekhov mit einem prominenten vierbeinigen Star auf, der immerhin schon ein Gruppe-II-Examen in Paris gewann und Dritter im Deutschen Derby war. Von einstigem Können ist der Hengst zwar weit entfernt, aber beim Skikjöring kann er sein Galoppiervermögen erneut unter Beweis stellen.










