So einen spannenden Finalklassiker der Saison hat man schon lange nicht mehr erlebt. Da waren sich die Besucher am Sonntag in Dortmund alle einig. Ein Finish, wie es dramatischer nicht mehr sein könnte, sorgte für knisternde Atmosphäre im Großen Preis von DSW21 – 123. Deutsches St. Leger (Gruppe III, 65.000 Euro, 2800 m).
Zwei Dreijährige und ein Fünfjähriger kämpften beim ersten Aufeinandertreffen zwischen den verschiedenen Jahrgängen um den Sieg.
Nachdem N´oubliez jamais über weitere Strecken gemeinsam mit dem Engländer Peppertree Lane die Pace bestimmt hatte, während der 19:10-Favorit El Tango ganz am Schluss (!) des achtköpfigen Feldes galoppierte, änderte sich das Bild im Einlauf schlagartig.
Auf einen Rush zog Waldvogel (Eduardo Pedroza) an der Innenseite in Front. Während von den Gästen nichts mehr zu sehen war, packte außen plötzlich die Ittlingerin Scatina (Andreas Helfenbein) riesig an. Und dann schnitt El Tango (Foto) plötzlich durch das Feld, wurde von Andrasch Starke enorm flott gemacht. Auch die Ebbesloherin Avanti Polonia gab sich aus dem Vordertreffen nicht geschlagen.
Bis kurz vor der Linie schien Scatina einen knappen Vorteil nach Hause bringen zu können. Doch mit gewaltigem Kampfgeist wendete El Tango (dritter Tages-Treffer für Andrasch Starke) doch noch mit einer halben Länge das Blatt.
Damit schrieb Stall Mydlinghovens El Tango, der aus der Wittekindshofer Zucht stammt, Turf-Geschichte. Als erstes deutsches Pferd gewann er den Klassiker zum zweiten Mal nach 2005!
Doch es wurde noch einmal eine Zitterpartier. Es gab Mitte der Geraden eine gravierende Behinderung gegen die Stute Avanti Polonia (Vierte), die übel in die Zange genommen wurde. Andreas Boschert musste die Lady aufnehmen. Die Rennleitung beließ es allerdings bei der ursprünglichen Reihenfolge.
Blass blieben die Gäste, denn Peppertree Lane (Fünfter) und Rising Cross (Sechster) kamen bald nich mehr für die Entscheidung in Frage.
Wieder einmal am Start hängen blieb der schwierige Jump For You, der dem Feld meilenweit hinterhertrudelte.
Peter Schiergen landete damit wie sein Stalljockey Andrasch Starke einen weiteren Top-Treffer. ‚Wo wir weitermachen, muss ich noch mit dem Besitzer, Herrn Grauert, abklären. Wahrscheinlich geht El Tango nun ins Italienische St. Leger‘, erläuterte der Asterblüte-Coach. ‚Auch Avanti Polonia hat sich ausgezeichnet verkauft.‘ Deren Jockey Andreas Boschert haderte mit der Störung: ‚Das war eine grobe Behinderung.‘
Auch im Lager der Ittlingerin Scatina war man zufrieden. ‚Sie ist schon eine exzellente Stute‘, signalisierte Trainer Mario Hofer zur besten Vertreterin des Derby-Jahrgangs.









