Lungenfibrose – Pastorius nicht zu retten

Eine traurige Nachricht erreicht uns am Samstag aus Frankreich. Im Haras de la Hetraie trat der Deutsche Derbysieger von 2012, Pastorius, im Alter von 14 Jahren ab.

„Er war schon einige Tage vor der diesjährigen Route d’Etalons etwas krank. Aus diesem Grund hatten wir uns auch dazu entschlossen, ihn dort nicht zu präsentieren, obwohl die Nachfrage bei ihm groß war. Es wurde dann bei ihm eine multinoduläre Lungenfibrose, die durch das HVE-5, ein Herpesvirus, ausgelöst wird, diagnostiziert. Das ist eine Krankheit, die nicht häufig vorkommt, doch ist die Prognose bei dieser Krankheit meistens sehr düster. Er wurde sofort behandelt und sein Zustand schien sich zu stabilisieren. Wir gingen sogar davon aus, dass er bis zum Ende der Decksaison noch eine kleine Anzahl Stuten hätte decken können. In den letzten 48 Stunden hat sich sein Zustand jedoch verschlechtert und eine weitere Behandlung machte keinen Sinn mehr“, erklärte Pascal Noue vom Haras de la Hetraie gegenüber dem Jour de Galop.

Pastorius wurde von Franz Prinz von Auersperg und Florian Haffa gezogen. In den Auersperg-Farben kam er unter der Regie von Mario Hofer 14-Mal an den Start, gewann dabei sechs Rennen und lief dreimal platziert. Sein Top-GAG betrug 101. Seine Gewinnsumme belief sich auf 769.155 Euro.

Zweijährig gewann er auf der Krefelder Heimatbahn das Herzog von Ratibor-Rennen der Gruppe III, doch seine große Zeit sollte in der Saison 2012 kommen. Dreijährig schockte er als Sensations-Sieger den damals für unverlierbar gehaltenen Novellist in einem dramatischen Deutschen Derby. Im Großen Dallmayr-Preis legte er dann nach und gewann unter Andrasch Starke sein zweites Gruppe I-Rennen. Es folgte ein dritter Platz im Großen Preis von Baden (Gr. I) und der Sieg mit Adrie de Vries an Bord im Preis der Deutschen Einheit (Gr. III). Es war gleichzeitig sein letzter Start auf deutschem Boden. Zum Abschluss seiner Dreijährigen-Kampagne gab es dann noch einen starken vierten Platz in den Champion Stakes (Gr. I) von Ascot. Im Sattel saß damals Frankie Dettori.

Vierjährig dann das große internationale Ausrufezeichen des aus der Princess Li (Monsun) stammenden Soldier Hollow-Sohnes, der in ParisLongchamp den zur Gruppe I zählenden Prix Ganay gewinnen konnte. Bis heute ist Pastorius das einzige in Deutschland trainierte Rennpferd, welches im „Ganay“ siegen konnte. Nach dem Sieg in Paris reiste man mit dem Hengst noch nach Singapur und in den Sandown Park. Ein Sieg sollte aber weder im Singapore Airlines International Cup (Gr. I) noch in den Coral Eclipse Stakes (Gr. I) herausspringen. Bei allen drei Starts im Jahr 2013 wurde Pastorius von Olivier Peslier geritten.

Seine Deckhengst-Laufbahn begann Pastorius 2014 im Gestüt Fährhof. 2017 erfolgte der Verkauf nach Frankreich, wo er dann seit 2018 im Haras de la Hetraie zu Hause war. Im August 2022 avancierte die vom Gestüt Ammerland gezogene Dalika auf den Churchill Downs in den Beverly D Stakes zur ersten Gruppe I-Siegerin für ihren Vater. Pastorius ist auch Vater der Gruppe III-Sieger Parol und Riocorvo. Ende Februar stellte er mit Zenta eine Gruppe III-Siegerin auf der Hürdenbahn im irischen Fairyhouse.

 

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