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Trauer um großen Züchter: Heinz Pferdmenges verstorben

Er war einer der ältesten Renstallbesitzer Europas, in Deutschland dürfte ihm diese Ehre unstrittig zu Teil gewesen sein, denn noch 2005 trug Little Neck seine Farben. Nun kommt aus England die Nachricht, dass Heinz Pferdmenges im hohen Alter von 99 Jahren verstorben ist.

Über die Familie Bresges und Gert Vorster war Heinz Pferdmenges zum Galopprennsport gestoßen, womit auch gleichzeitig das Gestüt Zoppenbroich eine bedeutende Rolle spielte. Das beste Pferd, das seine Farben trug, blieb wohl immmer Norfolk. Der von Sven von Mitzlaff trainierte Hengst hatte im Grunde nur ein Problem, das Luciano hieß.

Dieser übermöchtige Trainingsefährte bezwang Norfolk schließlich auch im Deutschen Derby 1967. Doch mit Erfolgen vor allem im Großen Preis von Nordrhein-Westfalen, Spreti-Rennen, Großer Preis von Düsseldorf oder Großer Preis der Industrie und Wirtschaft sorgte Norfolk für reichlich Entschädigung.

Auch in der Zucht war Heinz Pferdmenges sehr aktiv. Fundament und Erfolgsgaranten waren dor allem Mütter der Legende, der Numen- und der Zoppenbroicher K-Familien. Neben Norfolk verdienen vor allem solche Namen wie Kleopatra, Lilie, Lone Star. Love Letter, Lucino, Ludovico oder Nicandro Erwähnung.

Der letzte Gruppe-Sieg gelang Lindia 1991 mit ihrem Treffer im Krefelder Sommer-Stutenpreis. Auch Heinz Pferdmenges` Schwester Ilse Bscher frönte mit großer Leidenschaft dem Rennsport. Mit ihrem Stall Gamshof konnte auch sie bedeutende Erfolge in der Zucht und auf dem grünen Rasen feiern. Stellvertretend stehen die Namen Loisach, Las Vegas oder La Tour. Nach ihrem Tod ging der nahzu gesamte Bestand in den Besitz von Georg Baron von Ullmann über.

Hiermit kann auch der Faden zum beruflichen Wirken von Heinz Pferdmenges, der als einer der bedeutendsten Banker in der Vor- und Nachkriegszeit galt, aufgenommen werden. Vor allem für das Bankhaus Sal. Oppenheim erwarb er sich große Verdienste. Über 60 Jahre begleitete Heinz Pferdmenges die Entwicklung dieser Kölner Privatbank, wirkte seit 1948 als Komamnditist und vertrat nach dem Tod seines Vaters Dr. Robert Pferdmenges im Jahr 1962 die Interessen seiner Familie in Beirat und Gesellschafterausschuss der Bank.

Darüber hinaus übte er Aufsichtsratsmandate bei der Colonia-Versicherung, den Nordstern-Gesellschaften, der Gladbacher Wollindustrie und in den Kabelwerken Rheydt aus. Der am 26. Oktober 1910 in London geborene Heinz Pferdmenges, der am 3. Mai im englischen Alderbury bei Salisbury für immer die Augen schloss, hinterlässt seine Ehefrau Eva Lillemor Pferdmenges und seinen Sohn Henri Edgard Pferdmenges.

(12.05.2009)