Donnerschlag erhält Goldene Peitsche zurück

Nach einem wahren Verhandlungsmarathon vor dem Renngericht des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen ist der von Jean-Pierre Carvalho trainierte Donnerschlag wieder der Sieger der Goldenen Peitsche (zum Video).

Um kurz vor 18 Uhr und somit nach fast fünf Stunden kam am Freitag der Urteilsspruch. Mit 2:1 Stimmen wurde das Urteil der Rennleitung in Iffezheim aufgehoben und die alte Reihenfolge wieder hergestellt.

Das Renngericht unter Leitung von Frank Heckenbücker mit den Beisitzern Uwe Ostmann und Horst Greis kam nach einer Beratung von einer dreiviertel Stunde nach erfolgter Beweisaufnahme und Plädoyers zu dem Urteil, dass zwar eine Behinderung vorgelegen habe. Aber als Fazit wurde doch gezogen, dass die Behinderung nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit entscheidend für den Ausgang des Rennens war.

Die neue Reihenfolge in der 143. Goldenen Peitsche powered by Burda@turf lautet demnach wieder: Donnerschlag vor Markaz, Forgino und Watchable. Das Gestüt Höny-Hof von Manfred Hellwig ist jetzt der neue Besitzer des begehrtesten Ehrenpreises des deutschen Turfs.

Donnerschlag war wegen Behinderung von Watchable ursprünglich auf den vierten Rang zurückgestuft worden. Er war unter Jockey Marc Lerner in der Zielgeraden nach außen gewichen, hatte Watchable mehrere Walzenbreiten mit an die Außenseite genommen. Dazu wurde im so genannten Rennprotokoll seinerzeit festgehalten:

„In die Gerade kommend ab ca. 450 m vor dem Ziel wird der innen von Watchable liegende Donnerschlag über ca. 6 Walzenbreiten von seinem Reiter M.Lerner energisch nach außen geritten. Der unmittelbar außen neben ihm noch gut gehende Watchable muss diese Bewegung mitgehen. Dabei ist deutlich zu sehen, wie Jockey A.Suborics sein Pferd bereits nach innen gestellt hat, um den kürzesten Weg zum Ziel zu nehmen. Dies wird ihm durch den innen galoppierenden Donnerschlag verwehrt. Es kommt vermutlich auch zu einer kurzen Berührung beider Pferde. Im Ziel ist Watchable als viertplatziertes Pferd lediglich einen Hals vom drittplatzierten Pferd Forgino geschlagen. Die RL geht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der Ausgang des Rennens beeinflusst ist durch die Tatsache, dass Watchable gezwungen ist, einen durch Donnerschlag vorgegebenen weiteren Weg zum Ziel zu gehen.“

Als Zeugen waren am Freitag Watchables Jockey Andreas Suborics, Marc Lerner , Rennleitungs-Chef Frank Becker und Dietmar Plautz als weiteres Rennleistungsmitglied befragt worden. Den Rennfilm hatte man aus verschiedenen Perspektiven intensiv und mehrfach analysiert.

In einer offiziellen Mitteilung zur Verhandlung heißt es von Seiten des Direktoriums unter anderem: „In der Verhandlung plädierte der Rechtbeistand von Besitzer Manfred Hellwig darauf, dass es weder zu einer Behinderung noch zu einer Rennbeeinflussung durch den hierfür disqualifizierten Donnerschlag gekommen sei. Das belege der Rennfilm mithilfe dessen ein wissenschaftliches Gutachten dank photogrammetrischer Auswertung erstellt wurde. Diesem zu Folge – und damit nach mathematischer Auswertung – sei die Strecke durch das nach außen Rücken maximal um 20 cm (inklusive Toleranz) verlängt worden. Dies sei zu gering, um Auswirkungen auf das Rennergebnis zu haben. Des Weiteren häben sich die Pferde zu keinem Zeitpunkt berührt. Damit sei die Entscheidung der Rennleitung fehlerhaft und eine Aufhebung wurde beantragt.“

Auf die Entscheidung hatte dieses Gutachten indes keinerlei Einfluss. Es heißt dazu: „Dabei machte das Renngericht sehr deutlich, dass sich Ihre Entscheidung hierbei nicht an den im Gutachten vorgelegten mathematischen Berechnungen orientiere, diese seien – wie ebenfalls von dem Kontrollausschusvorsitzenden Herrn Gottfried Reims beanstandet – keine ausschlaggebenden Größen für den vorliegenden Rennausgang. Weiter hielt Herr Heckenbücker fest, dass es selbstverständlich zu einer Behinderung von Watchable durch Donnerschlag gekommen sei, sie lediglich die überwiegende Wahrscheinlichkeit, dass dies den Rennausgang beeinflusst habe, nicht bestätigen können.“

 

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