Fünf Millionen Dollar locken am Samstag auf der 2000 Meter-Sand-Strecke im Breeders´ Cup Classic in Santa Anita. Und natürlich enorm viel Prestige, zumal nicht selten der Classic-Sieger später auch zum „Horse Of The Year“ in den Staaten avancierte. Mehrere vergebliche Anläufe startete bereits der irische Star-Coach Aidan O´Brien (Foto), doch nachdem er vor zwölf Monaten so dicht an einem Classic-Coup dran war, hatte er diese Monstre-Prüfung 2009 schon früh im Visier.
Und die Hoffnungen sind enorm, denn der in den Magnier/Tabor-Farben antretende Rip Van Winkle gilt bei den Buchmachern als Favorit. Natürlich ist die Form des Dreijährigen über jeden Zweifel erhaben. Vier Siege bei acht Starts, eine Gewinnsumme von über 500.000 Pfund sind schon ein Wort. Dreimal hatte er das Pech, auf Superstar Sea The Stars zu treffen, ehe er in den Sussex Stakes und den Queen Elizabeth II Stakes vor anderthalb Monaten viel Eindruck als Sieger machen konnte.
Dabei erwies sich der Hengst als Allrounder, der zwischen 1400 und 2400 Meter unterwegs war. 2000 Meter dürften ideal sein, die Frage ist natürlich, wie er mit dem Pro-Ride-Untergrund zurechtkommt, denn auf diesem, geschweige denn auf Dirt ist er noch nie in seinem Leben gelaufen. Doch das ist das einzige Fragezeichen bei dem von Johnny Murtagh zur reitenden Crack, und das hat er mit vielen seiner Vorgänger gemeinsam.
Doch am Dienstag kamen weniger positive Signale von Aidan O´Brien. Erneut seien Hufprobleme aufgetreten, wie schon mehrfach in der Vergangenheit: „Er hatte wieder Schwierigkeiten, allerdings mit einem anderen Huf als bislang. Ich hoffe, dass ihn das nicht beeinträchtigen wird. Mit ihm muss man immer von Tag zu Tag planen.“ Startbox zehn ist sicher auch nicht optimal im 13er-Feld.
Aber auch in Abwesenheit eines Sea The Stars wird der Breeders´ Cup Classic kein Spaziergang für den Iren. Denn nachdem man lange auf einen Start im Ladies Classic, das sie vor einem Jahr gewonnen hatte, spekuliert hatte, nimmt die US-Wunderstute Zenyatta nun den Kampf gegen die Top-Hengste im Classic an. Auch um ihre Klasse, aber auch um ihre Eignung für den Untergrund gibt es keinerlei Zweifel, allenfalls die Tatsache, dass sie nun noch ganz andere Konkurrenz antrifft als zuletzt, ist ein kleines Fragezeichen für die bei Kursen um die 45 stehende Lady, die möglicherweise am Samstag auf der Bahn sogar in der Favoritenrolle stehen könnte. Sie startet aus Box vier.
Aber das Rennen auf einen Zweikampf zu reduzieren, wäre verfehlt. Denn noch einige weitere Kandidaten melden berechtigte Ansprüche an. Wie Belmont Stakes-Sieger Summer Bird, ein enorm speedstarkes Pferd, das von Kent Desormeaux geritten wird. Todd Pletcher vertraut auf Florida Derby-Sieger Quality Road, der zuletzt im Jockey Club Gold Cup nur hauchdünn hinter Summer Bird einkam.
Als bestes Grasbahn-Pferd der USA gilt Gio Ponti, der im Turf sicher zu den Favoriten gezählt hätte, doch zog das Team um Trainer Christophe Clement einen Classic-Start auf Pro Ride vor, auf dem er im Dezember 2008 die Sir Beaufort Stakes gewann.
Eine weitere Europa-Hoffnung ist der in den Farben von Khalid Abdullahs Juddmonte Farm antretende Twice Over. Nach einer Pause setzte sich der Vierjährige nun dreimal hintereinander durch, zuletzt als Riesenaußenseiter in den Champion Stakes in Newmarket. Auch er startet erstmals auf Dirt bzw. Pro-Ride. Die übrigen Kandidaten werden als Außenseiter gehandelt, wenngleich der mehrfache Grade I-Sieger Einstein (Julien Leparoux) in zahlreichen Schlachten erprobt ist und Mine That Bird (Calvin Borel) das Kentucky Derby gewann, allerdings zuletzt nicht mehr so recht an diesen Erfolg anknüpfen konnte.
Godolphin setzt auf UAE Derby-Sieger Regal Ransom und Girolamo (dreimal hintereinander erfolgreich, zuletzt auf Grade II-Ebene), aber sie werden wie die übrigen Pferde hier einen schweren Stand haben.











