Deutschlands Derbysieger von 2006 ist wieder ganz der Alte: Schiaparelli (Foto), für den Stall Blankenese und Trainer Peter Schiergen vor drei Jahren im Blauen Band auf der Siegerstraße, galt am Sonntag in Deauville im Prix Kergorlay (Gruppe II, 130.000 Euro, 3000 m) als kochendheißer Favorit. Nach seinem Gruppe II-Erfolg im Goodwood Cup, ebenfalls auf einer Extremdistanz, lag diese Einschätzung auf der Hand.
Zumal sich dem längst für den Stall Godolphin startenden Hengst ganze zwei Konkurrenten in den Weg stellten, von denen Mojave Moon ebenfalls die Farben der blauen Erfolgsflotte trug. Frankie Dettori hatte keinerlei Probleme auf der 11:10-Chance. Denn Start-Ziel marschierte Schiaparelli (Foto) der Konkurrenz davon, vergrößerte seinen Vorsprung im Einlauf, doch stellte sein Jockey früh die Bemühungen ein und gewann souveräner als die drei Längen es belegen.
Mojave Moon als klar distanzierter Zweiter vor Candy Guft komplettierte den Godolphin-Erfolg. Doch der Jubel galt nur einem, Schiaparelli, dem wiedererstarkten Deutschen, der möglicherweise nun Kurs auf die ganz großen Steher-Examen nehmen könnte.
Frankie Dettori schnappte sich zum Kurs von 102:10 auch den Prix de la Nonette (Gruppe III, 80.000 Euro, 2000 m) mit der im Besitz von Prinzessin Haya stehenden und von John Gosden trainierten Charity Belle, die Article Rare und Eclair de Lune bezwang, während die Favoritin Tamazirte nur Letzte wurde. Es war erst der zweite englische Sieg in der Geschichte dieser Prüfung, die vor einem Jahr Lady Marian gewonnen hatte.
Ebenfalls nach England wanderte der Prix Morny (Gruppe I, 350.000 Euro, 1200 m) für die Zweijährigen. Hier setzte sich Hamdan Al Maktoums Oasis Dream-Sohn Arcano (55:10, Richard Hills) aus dem Stall von Brian Meehan hauchdünn in einem ultra-engen Vierkampf gegen Special Duty und den Favoriten Canford Cliffs (18:10) durch.
Es fehlte wahrlich nicht viel, und der Stall Godolphin und Trainer Saeed bin Suroor sowie Jockey Lanfranco Dettori hätten auch mit dem zweiten Ex-Deutschen gewinnen können: Lady Marian (37:10), im Vorjahr imponierende Siegerin im Prix de l´Opera am Arc-Tag in Paris-Longchamp, kämpfte im Prix Jean Romanet (Gruppe I, 250.000 Euro, 2000 m) die halbe Gerade herunter mit der 23:10-Favoritin Alpine Rose (Gerald Mosse/Alain de Royer-Dupre).
Doch nach Foto-Entscheid wurde die Nayef-Tochter aus der Stauffenberg-Zucht ganz knapp abgewiesen, belegte jedoch einen hervorragenden zweiten Platz vor La Boum (Thierry Jarnet). Diese Kandidatin aus der Zucht des Gestüts Karlshof komplettierte die tolle deutsche Bilanz!











