Geduld ist eine der wichtigsten Eigenschaften auch im Galopprennsport. Christian von der Recke, Champion der Flach- und Hindernistrainer 2007, ließ sich von einem für seine Verhältnisse sehr zögerlichen Saisonstart nicht beeindrucken. Nach einigen Enttäuschungen der vergangenen Wochen kam am Sonntag die Wende. Denn neben dem Erfolg in St. Moritz landete er in Dortmund ein Doppel (siehe auch anderer Text).
Eigentlich hatte man im ersten Ausgleich II des Winters über 1800 Meter einen Zweikampf zwischen Seriensieger Lasse (16:10) und Triple Beat (29:10) erwartet. Doch Stall Saarbrückens Sky Crusader (Foto) war gegenüber seinem schwachen Laufen in Neuss nicht wiederzuerkennen und machte beiden einen Strich durch die Rechnung.
Trotz Höchstgewichts von 62 Kilo hatte Alexander Pietsch (zweiter Erfolg an diesem Tag) zunächst die Spitze, die er dann an Triple Beat abgeben musste. Lange sah es nach dem Hofer-Schützling aus, aber auf den letzten 150 Metern besaß Sky Crusader (im Vorjahr fünffacher Sieger) zum Toto von 71:10 deutlich mehr Reserven und machte sich noch auf fünf Längen frei. Dritte wurde Noreen vor Roxagu.
‚Er war heute richtig gut drauf. Dass Triple Beat nach vorne gezogen ist, war günstig für uns. So konnte ich Sky Crusader schön zurücknehmen. Mitte der Geraden wusste ich, dass es geht‘, erklärte Siegjockey Alexander Pietsch.
Und wo war Lasse? Der Wöhler-Schützling galoppierte früh am Ende des Feldes, wirkte nie zwingend und schaffte es nur auf den fünften Rang. Es war seine erste Niederlage. ‚Als er an der ersten Ecke hinten lag, war das Rennen gelaufen‘, signalisierte Co-Trainerin Christa Germann.
Es war sein 30. Versuch auf der Dortmunder Bahn. Offenbar hatte er sich für dieses kleine Jubiläum besonders viel vorgenommen: Der siebenjährige Wallach Tagunas aus dem Stall von Georg Mayer schaffte seinen ersten Sieg in diesem Winter im einer 3000 Euro-Prüfung. Zugute kam dem 119:10-Außenseiter eine Änderung der Taktik. Reiterin Kirsten Schmitt nahm mit ihm das Rennen von der Spitze auf und gab diese Position nicht mehr ab, zumal Warwing, das ‚Gamble des Rennens‘ zu spät in die Entscheidung fand.
Er ist mit seinen Pferden seit Jahren eine Bereicherung auf den Allwetterbahnen. Hier sammelt er stets Punkte – der Südwest-Trainer Uwe Schwinn. Das war auch diesmal der Fall, denn die immerhin schon zehnjährige Stute Little Versace beendete mit Nadine Gratz eine lange Durststrecke, als sie leicht gegen Argar und Lava Rock hinkam.
Einfach nicht gewinnen kann Nosecone. Der schon häufiger als Favorit bezwungene Vierjährige fiel in den letzten Minuten vor einem Maidenrennen am Toto wie ein Stein, ging schließlich zu einer Quote von 13:10 auf die Reise.
Doch im Finish zog er gegen die ebenfalls überfällige Carrie Anne (Henk Grewe) aus dem Stall von Sascha Smrczek klar den Kürzeren. Anfangs als Favoritin blinkend, bezahlte die Stute nun mit 106:10 noch außerordentlich viel.
Eine Super-Quote zahlte die Viererwette in der Wettchance des Tages: Auf den Einlauf Inkasso (zweiter Tagessieg für Henk Grewe; 79:10) – Sovrano – Ahab – Bombalik gab es 330.349:10! Der Umsatz fiel durchaus zufriedenstellend aus.












