Er ist wieder da! Ausgerechnet in Hamburg, in der Heimat seines Besitzers Franz-Günther von Gaertner, wo er das letztjährige Derby für sich entschieden hat, kehrte Schiaparelli (Foto) erstmals seit Oktober wieder auf die Siegerstraße zurück. Man hatte im 111. Idee-Hansa-Preis (Gruppe II, 100.000 Euro, 2200 m) ein taktisches Rennen erwartet, und so kam es in der ersten Phase auch.
Andrasch Starke übernahm beim Flaggenstart mit dem 20:10-Favoriten (Egerton war wegen des schweren Bodens abgemeldet worden) sofort die Spitze, aber bei gemächlicher Fahrt. Doch in der Gegenseite wurde es Terry Hellier auf Arcadio zu bunt, er beorderte den pullenden Schlenderhaner in Front und legte gut und gerne zehn Längen zwischen sich und die Gegner.
Arcadio marschierte davon, doch behielt die Konkurrenz die Ruhe, Schiaparelli führte die Verfolgergruppe vor Expensive Dream, innen Waleria, Poseidon Adventure und Oriental Tiger an. Schon im Schlussbogen wurde der Vorsprung von Arcadio deutlich geringer, Schiaparelli näherte sich dem Schlenderhaner, dahinter ließen sich Expensive Dream und Waleria anfassen, in bester Haltung verbesserte sich Poseidon Adventure an der Außenseite. Oriental Tiger trug noch die rote Laterne.
Im Einlauf musste Arcadio sofort passen, wurde nach hinten durchgereicht. Schiaparellis Jockey sah die Chance gekommen, legte sofort einigen Vorsprung zwischen sich und die Gegner, blieb an der Innenseite. Ganz außen drehte Mitte der Geraden nun Poseidon Adventure auf, auch Oriental Tiger wurde immer gefährlicher. Doch Schiaparelli war schnell in Sicherheit und bekam die Angelegenheit mit zweieinhalb Längen Vorsprung locker geregelt.
Der Monsun-Sohn aus der Zucht des Gestüts Karlshof scheint wieder so gut wie im vergangenen Jahr zu sein. ‚Es lief alles nach Plan, das Rennen in Baden hatte ihn gefördert. Er muss galoppieren. Vielleicht gehen wir nun nach Düsseldorf, die großen Steherrennen in Deutschland stehen auf seinem Plan‘, erklärte Trainer Peter Schiergen.
Poseidon Adventure drehte außen gewaltig auf, zeigte seine beste Deutschland-Form. ‚Zuletzt war sein zweiter Start nach einer Pause. Der Boden kam ihm entgegen, das war eine sehr gute Leistung. Mitte der geraden sah es sogar nach mehr aus. Ich denke, dass wir nicht in zwei Wochen in München starten, werde mich mit dem Besitzer abstimmen‘, verriet Wolfgang Figge.
Oriental Tiger unterlag für den Ehrenplatz nur knapp, konnte als Jahresdebutant kaum besser laufen. ‚Andreas Suborics hat ihn noch nicht zu hart angefasst. Auf schwerem Boden ist es als Debutant nicht leicht. Wir sind sehr zufrieden und gehen nun mit ihm nach Düsseldorf‘, signalisierte Uwe Ostmann.
Waleria hatte aus dem Vordertreffen einen starken Moment, saß jedoch kurz fest. ‚Sie wurde im Einlauf von Expensive Dream und Oriental Tiger nicht gut behandelt, auf freier Bahn zog sie riesig an‘, berichtete Hans-Jürgen Gröschel. Arcadio spannte nach diesem Rennverlauf völlig aus. ‚Das war so nicht geplant. Er kam auch mit dem Boden nicht zurecht, die Distanz ist dann ohnehin die Grenze‘, ließ Racing Manager Paul Harley durchblicken.











