Riesenaußenseiter Dardanos im Derby vor der Liberty Racing-Armada

Dardanos heißt der deutsche Derbysieger 2026. Der von Andreas Wöhler für den Stall Bergholz trainierte Hengst aus der Zucht von Barbara Holubova gewann am Sonntag in Hamburg-Horn das IDEE 157. Deutsche Derby. In dem mit 650.000 Euro dotierten Gruppe I-Rennen über 2400 Meter, siegte der Soldier Hollow-Sohn unter Jockey Wladimir Panov als 84,8:1-Außenseiter gegen die Liberty Racing-Pferde Chiefland (Henk Grewe/Cieren Fallon), Salitos (Peter Schiergen/Bauyrzhan Murzabayev) und Kairos (Henk Grewe/Leon Wolff). Fünfter wurde Christian Sprengels Quitos, der zuletzt in Dortmund noch gegen Dardanos gesiegt hatte.

Es war eine der größten Sensationen in der Geschichte des Deutschen Derbys, denn mit Dardanos, der zuletzt Zweiter auf Listenebene im Dortmunder Hoffnungspreis gewesen war, hatten die wenigsten gerechnet. Während des Rennens, das durch viele unkonventionelle Spurensuchen geprägt war, hatten sich die Chancen der Favoriten schon zeitig in Luft aufgelöst.

Bereits in der Gegenseite war der englische Gast Bay Of Brilliance in Schwierigkeiten, schon vor Erreichen der Zielgeraden war es auch um Gostam geschehen, der nach einem guten Start gleich in der vorderen Gruppe in etwa an fünfter Stelle gelegen hatte. Am längsten mischte von den gemeinten Pferden noch der 4,1:1-Favorit Englishman mit, doch der Ittlinger war nie auf einem der Plätze ganz vorne zu sehen, und im Einlauf auch relativ weit innen, während die vorderen Pferde alle an der Außenseite zu finden waren. Letztlich kam er als Sechster über die Linie.

Dardanos war hinter Chiefland, der nach dem Start ganz weit außen auf dem besseren Boden ging, gleich an zweiter Stelle zu sehen gewesen. Auch Salitos war sofort prominent. In der Gegenseite kam richtig Bewegung ins Feld, als ganz an der Außenseite Leon Wolff mit Kairos einen Vorstoß unternahm.

Mit diesem konnte er sich einen gesunden Vorsprung verschaffen, und so kamen mit ihm, Chiefland und Salitos drei Liberty Racing-Pferde als Erste durch den Schlussbogen. Dahinter sah man Yacomo vor Dardanos innen, während Gostam bereits zurückgefallen war, und Sibylle Vogt auf Englishman auch schon einiges tun musste.

In der Zielgeraden tendierten die vorderen Pferde natürlich alle wieder zur Außenseite. Kairos und Chiefland waren zunächst vorne, doch musste dann Kairos passen, und innen von ihm hatte in der Bahnmitte Dardanos den größten Schwung von allen. Chieftain war ein starker Gegner, Salitos musste noch einmal die Spur wechseln. Im Ziel war Dardanos eine Länge vor Chiefland, von dem es bis zu Salitos der gleiche Abstand war. Zwei Längen hinter Salitos wurde Kairos Vierter. Gostam belegte Platz zehn, Bay Of Brilliance kam auf Platz 17, und damit als Vorletzter über die Linie.

„Das ist der Hammer. Ich begreife es noch nicht. Das Rennen war super entspannt. Ich hatte immer eine gute Lage, er ließ sich gut fahren, ist ganz unkompliziert. Das ist das Beste was mir in meiner Karriere passieren konnte“, so Siegjockey Wladimir Panov, für den es der größte Erfolg als Jockey war, und der vom Publikum mit „Wladi, Wladi“-Rufen gefeiert wurde.

„Einer der Mitbesitzer ist Hamburger, deshalb ist das auch was besonders. Er hatte das letzte Rennen noch gebraucht, hatte sich danach aber noch einmal richtig verbessert, nur wussten wir nicht, wie viel. Das Derby zu gewinnen ist immer noch ein einmaliges Erlebnis“, so Trainer Andreas Wöhler nach seinem sechsten Derbysieg.

Hinter dem Stall Bergholz stehen Dr. Hans-Wilhelm Jenckel und Friedrich von Lenthe, die natürlich auch überglücklich über ihren Triumph waren. 10.000 Euro hatte der Derbysieger als Jährling bei der Auktion in Baden-Baden gekostet. „Wir können es gar nicht fassen. Wir haben gedacht, Dritter bis Fünfter wäre schön, aber das ist unglaublich“, so Friedrich von Lenthe nach dem Rennen.

Für Soldier Hollow als Deckhengst war es nach Pastorius (2012) und Weltstar (2018) der dritte Derbysieger.

 

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