Die „Schwarze Null“ zu erwirtschaften, dieses Ziel hatte sich Jan Schreurs, der Vorsitzende des Krefelder Rennclubs 1997, als Ziel für die Saison 2006 gesteckt. Von einer gelungenen Mission konnte bei der Abschlusskonferenz in der Niederrhein-Metropole die Rede sein. Man lag unter dem Strich sogar noch einen Tick besser, denn mit genau 3.560 Euro blieb sogar noch etwas „Kleingeld“ in der Kasse.
„Das Ergebnis ist erfreulich, zumal auch 2006 im operativen Geschäft wiederum sinkende Toto-Umsätze von 23 Prozent zu verzeichnen waren. Diese Verluste konnten durch weitere Kostensenkungen und nochmalige Steigerung der Sponsoreneinnahmen von real 20 Prozent aufgefangen werden“, resümierte der Rennclub-Chef.
An acht Renntagen wurden insgesamt 2.500.000 Euro (im Vergleich zu 9 Renntagen 2005 mit 3.040.000 Euro) umgesetzt, was ein Schnitt pro Renntag von 312.500 Euro (337.777 in 2005) beträgt. Der Bahnumsatz schlug mit 717.000 Euro (830.000 Euro), der Außenumsatz mit 731.000 Euro (1.054.000) zu Buche. Die Zuschauerzahl lag mit insgesamt 35.500, im Schnitt 4.437 pro Renntag, sogar noch eine Idee höher als 2005.
Die Anzahl der Renntage hat man auf neun gegenüber acht im letzten Jahr und somit um einen Zähler hochgeschraubt. „Vielleicht gelingt es uns, noch einen zehnten Tag aufzustellen. Doch zunächst einmal sind diese neun Renntage fest verankert“, gab Jan Schreurs zu verstehen.
Interessant, dass man am 3. August auch wieder einmal ein Experiment wagt und den „Tag der freien Berufe“ auf einen Freitag positioniert hat. Nach der Saisoneröffnung am 24. März steht am 15.April mit dem Dr. Busch-Memorial bereits der erste Höhepunkt an, wenn sich die besten Dreijährigen auf der Derby-Route messen. Ein neuer Sponsor betritt am 5. Mai zum Tag der Flugbörse die Galopper-Bühne. Das Münchner Touristik-Unternehmen „Frosch-Touristik“ hat den gesamten Renntag „gemietet“.
Traditionell im Jahresprogramm sind Sparkassen-Renntag (20. Mai), SWK-Familienrenntag (9.Juni) und der Ascot-Renntag mit dem Herzog von Ratibor-Rennen zum Höhepunkt am 9. September. Zu den Highlights der Saison zählt auch wieder der Krefelder Ladies Day mit dem Großen Stutenpreis am 15.Juli. Abgerundet wird die Turfsaison in der Samt- und Seidenstadt am 13. Oktober mit dem Tag des Krefelder Sports, an dem das populäre Henkel Schimmelderby im Mittelpunkt steht.
Das Thema Hindernissport wurde in Krefeld keineswegs zu den Akten gelegt. „Die Rennen über die Sprünge gehören einfach dazu. Wir werden allerdings während der Sommermonate keine Jagdrennen austragen“, hält Jan Schreurs fest. Als eine weitere Zugnummer bietet man in diesem Jahr vier Ponyrennen an. Über drei Ausscheidungsläufe geht dann am 3. August im Rahmen der Freitagverstanstaltung der Finallauf über die Bühne.
„Wir werden die Rennpreise in den unteren Handicaps erhöhen, wenn die Totoumsätze mitspielen“, verkündete der Vorsitzende und unterstrich aber noch einmal, dass man sich nicht in wirtschaftliche Problemzonen begeben wird. „Sind die Rennpreiserhöhungen zu finanzieren, dann reagieren wir auch“, meinte Jan Schreurs, der zudem auf ein neues Feld, das man im Rennclub beackern möchte, hinwies.
„Wenn Tausende nach Holland zum Einkaufen fahren, warum sollen dann nicht die Niederländer nach Krefeld zu den Rennen kommen. Schließlich ist Venlo lediglich eine halbe Autostunde von uns entfernt. Wir sind überzeugt, dass ein Zuschauerpotenzial in den Niederlanden vorhanden ist“, ist Jan Schreurs überzeugt.
An zwei Tagen wird man einen kostenfreien Bustransfer von und nach Venlo und Roermond anbieten. Über die niederländische Presse soll diese Aktion verstärkt publik gemacht werden. Zugleich erhofft man sich auch, mögliche neue Sponsoren in den Niederlanden für die Krefelder Rennen zu gewinnen.
Schließlich wird die Krefelder Turfsaison erst im Dezember mit einem gesellschaftlichen Akt ausklingen, wenn das 10-jährige Bestehen des Krefelder Rennclubs gefeiert wird. 1997 gab es eine Art Wiedergeburt der Galopprennen im Stadwald, worüber man natürlich nicht nur am Niederrhein froh war.











