Pride macht Frankreich stolz: Cup-Thriller mit Happy End

Der Galopprennsport kann manchmal so gerecht sein. Diese Weisheit traf am Sonntag in Sha Tin wieder einmal zu: Vor zwölf Monaten hatte die Französin Pride in einer atemberaubenden Schlacht den Hong Kong Cup mit einem Hals gegen den Hong Kong-Chinesen Vengeance of Rain verloren. Trotz einer enormen Speedleistung.

Doch bei ihrem nächsten Versuch, dem letzten Start ihrer Karriere, gab es die Entschädigung für die Superstute aus dem Stall von Alain de Royer-Dupre. Die sechsjährige Peintre Celebre-Tochter, wie fast immer von Christoph-Patrice Lemaire gesteuert, schnappte sich das mit 20 Millionen HK-Dollar dotierte 2000 Meter-Rennen.

Und diesmal sprach das Zielfoto für die Co-Favoritin (35,5:10) aus dem Besitz von NP Bloodstock. Wie in den meisten anderen Cathay Pacific International Races bekamen die Zuschauer in Sha Tin einen Thriller geboten, war die Frage nach dem Sieger erst durch die Technik zu beantworten.

Und dieses gab den Ausschlag für die Champion-Stakes-Siegerin und Arc-Zweite Pride und gegen den heranstürmenden Japaner Admire Moon (Yutaka Take).

Lemaire hielt sich mit Pride, der am Toto der einheimische Hello Pretty knapp vorgezogen worden war, zunächst am Ende des 12er-Feldes auf, vertraute wie gewohnt auf die Reserven der Klasselady.

High Intelligent und Growl bestimmten gemeinsam die Fahrt vor Hello Pretty und Viva Pataca, Vorjahressieger Vengeance of Rain sah man dahinter vor Art Trader, Musical Way, Satwa Queen, Alexander Goldrun, die immer außen herum gehen musste, Admire Moon, Dia de la Novia und Pride, die sich bald um einen Platz verbesserte.

Und schon im Schlussbogen wurde man auf die Französin aufmerksam, die unaufhörlich ihre Aufholjagd startete. Im Einlauf mischten sich die Karten komplett neu, Vengeance of Rain (Anthony Delpech) meldete gute Chancen an. Doch Pride wurde mit zunehmender Distanz immer zwingender, in aller Ruhe von ihrem Jockey eingesetzt. Und an der Außenseite trumpfte die Stute groß auf, doch der Japaner Admire Moon entwickelte ebenfalls gewaltige Endgeschwindigkeit.

Es wurde höllisch eng, doch mit einem kurzen Kopf behielt Pride die Oberhand, sorgte für den ersten französischen Sieg seit Jim And Tonic 1999, wird nun ihre erstaunliche Karriere beenden und in die Zucht wechseln.

Admire Moon, zuletzt Dritter in einem Grade 1-Rennen in seiner Heimat, unterlag sehr unglücklich. Es war ohnehin nicht der Tag der Gäste aus dem Land der aufgehenden Sonne. Vengeance Of Rain verkaufte sich wie schon 2005 bestens, wurde Dritter vor Viva Pataca und Art Trader (alle aus Hong Kong).

Satwa Queen hatte als Sechste ebensowenig Einfluss wie Dia de la Novia, der enttäuschende Hello Pretty (Achter), die nie prominente Alexander Goldrun, Musical Way sowie die anfangs tonangebenden Growl und High Intelligent.

Es war die Stunde von Pride, auf deren Produkte schon jetzt alle Turffans in der ganzen Welt gespannt sind. Frankreich und der internationale Galopprennsport sind stolz auf die Ausnahmestute!

Sage und schreibe 56.338 Zuschauer (davon 5108 in Happy Valley) erlebten die Rennen in Hong Kong. Unfassbare 930 Millionen HK-Dollar (rund 93 Millionen Euro) wurden umgesetzt.

‚Das war eine Steigerung von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Obwohl mit Ouija Board und Takeover Target zwei Top-Pferde nicht dabei waren‘, freute sich HKJC-Chefmanager Winfried Engelbrecht-Bresges.

Zum Vergleich: In Deutschland flossen bislang im ganzen Jahr 2006 insgesamt knapp 50 Millionen Euro durch die Kassen. Das ist nur etwas mehr als die Hälfte vom Hong Kong-Umsatz eines einzigen Tages!

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