Heißbegehrt ist der Ehrenpreis. Die Goldene Peitsche, am Sonntag in Iffezheim erstmals unter dem Patronat von bestwetten.de, möchte jeder gerne gewinnen. Diesmal musste man schon einen Kraftakt hinlegen, um für das mit 90.000 Euro dotierte Gruppe II-Rennen eine auch quantitativ gute Besetzung zu gewährleisten.
Nicht dabei sind die Engländer, die in den letzten Jahrzehnten ein Abonnement auf den Sieg in diesem Iffezheimer Rennen hatten. Doch entschädigt dafür die Qualität der Kandidaten.
Aus deutschen Ställen fehlt ein prominenter Name: Lucky Strike, das herausragende Kurzstreckenpferd der letzten Jahre, ist nicht dabei. Doch hat sein Trainer Andreas Trybuhl einen vollwertigen Ersatz, Stall Magics Soave (Foto), ein Dashing Blade-Sohn, der mit sieben Jahren so gut wie nie zuvor auf dem Posten ist.
Drei Rennen hat er diese Saison bereits für sich entscheiden können, darunter das Benazet-Rennen während des Frühjahrs-Meetings in Iffezheim. Möglichst weich sollte es unter den Hufen sein. Zum ersten Mal trifft Soave an diesem Sonntag mit Electric Beat aufeinander.
Dieser Dreijährige hat sich innerhalb weniger Wochen an die Spitze der Kurzstreckenpferde geschoben. Die Siege im Scherping-Rennen und in der Lotto-Trophy machten enormen Eindruck, das Ende der Fahnenstange muss längst noch nicht erreicht sein.
Werner Baltromei schickt mit Matrix und Donatello zwei Pferde ins Rennen, spricht vcn zwei „unterschiedlichen Taktiken“. Die dürften ziemlich klar sein: Matrix, den Andreas Boschert reitet, wird vorne gehen, auf Donatello dürfte Johan Victoire mehr aus der Reserve agieren.
Omasheriff, im vergangenen Jahr Dritter (Bruce Hellier: „Ich wäre zufrieden, wenn er diese Platzierung wieder schaffen könnte“) und die wohl überforderte Zita komplettieren das Feld aus heimischer Sicht.
Was können die Ausländer im Feld? Sie sind, ohne Frage, echte Prüfsteine. Streng nach Rating ist Linngari am höchsten einzuschätzen. Sein Trainer Diego Lowther, ein Weltenbummler in Sachen Turf, hat die Goldene Peitsche schon einst mit Noble Prize gewinnen können. Im Prix Maurice de Gheest stellte er sich erstmals unter der Obhut von Diego Lowther vor, war dort nicht weit zurück. Auf einer so kurzen Distanz wie am Sonntag ist der Hengst noch nie angetreten, was sicher Fragen aufwirft, doch hat Andreas Suborics (sollte erst Matrix reiten, hat dann wegen Linngari abgesagt) hier einen exzellenten Ritt.
Deutlich hinter Linngari war in Deauville die zuvor wesentlich höher eingeschätzte Biniou. Die Stute aus dem Stall von Robert Collet könnte aber die schnelle Startfolge gespürt haben, denn erst drei Tage vorher hatte sie ein Listenrennen über 1000 Meter an gleicher Stelle gewonnen. Die Mozart-Tochter im Besitz von Richard Strauss läuft ansonsten auf Black Type-Ebene zuverlässig nach vorne, man sollte sie keinesfalls unterschätzen.











