Internationales Klassefeld im Preis von Europa am Sonntag

Preis von Europa – der Name hat einen besonderen Klang im Galoppsport. Am kommenden Sonntag, 24. September, wird um 16:35 Uhr auf der Rennbahn in Köln-Weidenpesch die 61. Auflage der Prüfung für dreijährige und ältere Pferde über die klassische Derbydistanz von 2.400m gelaufen. Für die neun Teilnehmer aus drei Ländern geht es um insgesamt 155.000 Euro Preisgeld, 100.000 Euro erhält das Siegerteam in dem international anerkannten Rennen der Europa-Kategorie Gruppe I.
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Vor 60 Jahren, im Oktober 1963, gewann der fünfjährige Hengst Opponent die Premiere des Rennens, geritten von Hein Bollow, der 1979 mit Nebos auch als Trainer triumphierte. Eine Statue der 2020 im Alter von 99 Jahren verstorbenen Jockey- und Trainerlegende schmückt heute den Absattelring auf der Rennbahn in Köln-Weidenpesch. Wer in diesem Jahr unter dem Beifall der Zuschauer als Sieger aus dem Sattel steigt, ist noch offen.

Zwei Godolphin-Vertreter nachgenannt

Die blauen Farben des Vollblutimperiums Godolphin von Dubai-Herrscher Scheich Mohammed al Maktoum haben den Preis von Europa schon vier Mal gewonnen, zuletzt im Vorjahr mit Rebel’s Romance. In diesem Jahr ist Godolphin gleich zweifach vertreten: Trainer Saeed bin Suroor hat den sechsjährigen Live Your Dream nachgenannt, Charlie Appleby den fünfjährigen Siskany. Letzterer hat zuletzt in den USA die Belmont Gold Cup Stakes (Gruppe II) über deutlich längere 3.200m gewonnen. Live Your Dream belegte in York im hoch dotierten Ebor Handicap über 2.800m einen guten dritten Platz. Die Nachnennung kostet jeweils 15.500 Euro, das Fünffache des normalen Einsatzes für den Start.

Aus Irland bringt Jessica Harrington die vierjährige Stute Trevaunance, Dritte zuletzt in einer Gr.II-Prüfung für Stuten in ihrem Heimatland, an den Ablauf. Im Sattel sitzt Hollie Doyle, die zu den besten ihrer Zunft in England gehört – neben den Godolphin-Jockeys Oisin Murphy (Live Your Dream) und William Buick (Siskany).

Derbysieger Sisfahan der dritte Darius Racing-Gewinner?

Die Hoffnungen auf einen deutschen Sieg ruhen vor allem auf dem Deutschen Derbysieger von 2021, Sisfahan. Im Wettstar.de Großer Preis von Baden (Gr.I) enttäuschte der Schützling von Henk Grewe, der mit dem vierjährigen Assistent noch ein heißes Eisen im Feuer hat, nach unglücklichem Rennverlauf. Jetzt reitet wieder Lukas Delozier, mit dem Sisfahan im Berliner Grand Prix (Gr.I) einen starken zweiten Platz belegte. Sisfahan steht im Mitbesitz von Darius Racing. Der Rennstall des ehemaligen Konzernchefs Stefan Oschmann triumphierte bereits 2018 mit Khan und 2020 mit Donjah, beide trainiert von Henk Grewe.

Den aktuellen Derbyjahrgang vertritt der dreijährige Hengst Straight, der sich nach zwei schwachen Auftritten mit einem dritten Platz in Baden-Baden wieder eindrucksvoll zurückmeldete. Trainer Andreas Wöhler bietet zudem noch den dreijährigen Sirjan auf, der seit seinem zehnten Platz im Derby aber nicht mehr gelaufen ist. Eine interessante Teilnehmerin ist, die von Waldemar Hickst vorbereitete fünfjährige Stute India, die ausgesprochen formbeständig auftritt. Derbysiegreiter Rene Piechulek wurde für den Ritt verpflichtet.

Anilin dreifacher Sieger

Der Preis von Europa zählt als eines von insgesamt nur sieben Gruppe I-Rennen in Deutschland zur „Champions League“ des Vollblut-Sports. Die internationale Note des Rennes prägte früh der Hengst Anilin aus dem russischen Gestüt Woschod, der von 1965 bis 1967 drei Mal in Folge gewann und damit bis heute unerreicht bleibt. Vier Doppelsieger gab in den sechs Jahrzehnten: Windwurf 1975 und 1976, Monsun 1993 und 1994, Taipan 1997 und 1998 sowie Nightflower 2015 und 2016.

Lavirco (1996), Belenus (1999) und Windstoß (2017) gewannen Jahr ihres Derbytriumphs. Mondrian (1990) und Schiaperelli (2007) siegten im Jahr danach als Vierjährige.

Zu den ganz großen Siegernamen zählen beispielsweise noch Lombard (1971), Lomitas (1991) und Alpinista (2021), die im vergangenen Jahr im wichtigsten Galopprennen Europas, dem Prix de l’Arc de Triomphe, triumphierte. Die größte Überraschung gab es 1980, als der von Charlie Seiffert in München trainierte sechsjährige Hengst Pawiment zur Siegquote von 1.216 zu 10 gewann.

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