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Ulli Potofski tritt gleich mal auf die Erwartungsbremse. „Man kann unsere Sendung nicht mit der früheren Telewette bei SAT 1 vergleichen. Wir haben eingeschränkte Mittel“, sagt der Moderator und Produzent von „Galopp Live“. Seit Ende Mai läuft die Galopp-Sendung auf Sport1 (ehemals DSF) im frei empfangbaren Privatfernsehen.

Potofski ist in Gelsenkirchen zwischen Galopp- und Trabrennbahn aufgewachsen, pflegt seit jeher eine intensive Verbindung zum Pferderennsport, insbesondere in die Galopperszene. „Es ist die preiswerteste Sendung im deutschen Fernsehen“ erklärt der TV-Moderator und macht sogleich aus der Not eine Tugend. Den Rennsport so natürlich wie möglich zu präsentieren habe durchaus einen puristischen Ansatz, der seinen ganz eigenen Charme mitbringe.

Während des Frühjahrsmeetings 2011 in Baden-Baden fiel der Startschuss zu einer ganzen Serie von Galopp-Live-Sendungen. Fußballstar Christoph Metzelder war an der Oos als Interviewgast in der Premieren-Sendung, die am Samstag- oder Sonntagnachmittag ausgestrahlt wird, leider aber keinen festen Sendeplatz bei Sport1 eingenommen hat.

Ein dreiköpfiges Moderatorenteam präsentiert den deutschen Galopprennsport dabei stets live von den führenden Rennbahnen des Landes. Neben Ulli Potofski gehören auch Alexander von der Groeben und Nina-Marlisa Lenzi zum Trio vor der Kamera. Im Hintergrund sorgt Patrick Bücheler für die Koordination und die korrekten Abläufe.

„Wir sind ein eingespieltes Team“, sagt Potofski, „viel geht Hand in Hand.“ Präsentiert wird die Sendung vom Internet–Wettanbieter RaceBets.com.

German Racing und RaceBets.com haben die Sendung vor etwas mehr als zwei Monaten aus der Taufe gehoben und die Berichterstattungen aus Baden-Baden oder auch vom Deutschen Derby aus Hamburg-Horn verfolgten schon eine enorme Menge an Zuschauern daheim vor den Bildschirmen. Erfolgreich aus den Startlöchern gekommen ist das Format in jedem Fall.

„Da die Sendezeiten nicht immer dieselben sind, hat es bei den Zuschauern schon einen Zufallsfaktor“, erklärt Potofski, der aber eben genau darin auch wieder die Chance für den nationalen Rennsport sieht. „Das ist Teil der Ausrichtung. Wir machen die Sendung für neue Leute. Für ein Publikum, das sich noch nicht so gut auskennt.“ Und da bietet es sich natürlich an, mit einer einfach zu verstehenden Wette zu beginnen. Genau das ist die Head-to-Head-Wette, deren Präsentation das Hauptaugenmerk von Galopp Live ist.

Beim Sponsor RaceBets.com ist die Vergleichswette zwischen zwei Pferden in einem Rennen zu bewetten, Neukunden bekommen zum Start 10 Euro geschenkt, mit denen sie diese Spielart ausprobieren können.

Ein System, das sich bereits bewährt hat, denn bei den ersten Sendungen gab es im Schnitt 200 Neu-Anmeldungen pro Sendung, womit sich der Sponsor durchaus zufrieden zeigte. Einen der beiden Kandidaten der Head-to-Head-Wette stellt das Galopp-Live-Team im Vorlauf zum Rennen intensiv vor, um dem Zuschauer dieses Pferd und seine gewohnte Umgebung näher zu bringen.

In den zwei bis drei Live-Schaltterminen zur Rennbahn, die in der Regel in der Zeit zwischen 13:30 Uhr und 16:30 Uhr stattfinden, wird dann das Rennen mit der angebotenen Head-to-Head-Wette live übertragen und zudem immer eine vorbereitete Hintergrundgeschichte eingespielt.

Eine solche wird am kommenden Sonntag, wenn die Krefelder Rennbahn im Mittelpunkt des Interesses steht, der Besuch bei Derbysieger Waldpark in Ravensberg sein. „Wir versuchen immer Emotionen zu wecken und sehen neben dem Derbysieger seinen kleinen Bruder, ein nur ein paar Wochen altes Fohlen, über die Wiese hüpfen.

Weiterhin erzählt Jozef Bojko, dass er nach einem Sturz in Bad Harzburg seinen Derbysieg kurzzeitig vergessen hatte“, kündigt Potofski für die nächste Sendung bereits seine Highlights an.
300.000 Zuschauer an den TV-Geräten hatte die Derby-Sendung aus Hamburg-Horn, das ist schon eine Zahl, mit der man sehr gut leben kann. Eingebettet war Galopp-Live an diesem Tag in die Halbzeitpause eines Vorbereitungsspiels des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen.

Bis zum Sales & Racing Festival in Baden-Baden sind noch neun Wochenenden mit Galopp-Live-Sendungen avisiert, während des ersten Wochenendes der Großen Woche in Baden-Baden gibt es sogar einmal samstags und sonntags Galopper-Berichterstattung auf Sport1.

In den Wintermonaten wird man dann entscheiden, ob und wenn ja in welcher Form, das Format auch künftig ausgestrahlt wird. Der kleine Schriftzug „Dauerwerbesendung“ ist am oberen Rand des Fernsehbilds während der Sendungen dauerhaft zu sehen. Die Landes-Medienanstalten schreiben das vor, sobald ein Finanzier auch als großer Werbekunde auftritt.

Potofski zeigt in seinem Kölner Büro mit ausgestrecktem Arm auf einen überdimensional großen Plasmabildschirm und sagt: „Wenn Du da als Sportart nicht drin bist, hast Du keine Chance.“ Diese Message hat der Rennsport verstanden und arbeitet daran, dass es in die richtige Richtung geht.

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