Schlenderhaner Almandin gewinnt Melbourne Cup!

Nach unserer Zeit um fünf Uhr in der Früh war es wieder soweit. Auf dem Flemington Racecourse wurde der mit sechs Millionen australischen Dollar dotierte und zur Gruppe I zählende Melbourne Cup über 3200 Meter gestartet. Und nicht nur alle deutschen Turffans, die sich am Dienstagmorgen den Wecker gestellt hatten, sollten mit einem packenden Finish belohnt werden. Zudem kam es zu einem sensationellen Erfolg für die deutsche Vollblutzucht. Zwei Jahre nach Protectionist hat mit dem Ex-Schlenderhaner Almandin erneut ein Monsun-Nachkomme und gleichzeitig ein Pferd aus deutscher Zucht den legendären Melbourne-Cup gewonnen.

In einem packenden Finish verwies der Sechsjährige den von Tony Martin vorbereiteten Heartbreak City (187:10), der übrigens von Lando stammt, mit einem Kopf Vorsprung sozusagen mit einem der letzten Galoppsprünge hauchdünn auf den Ehrenplatz. Damit waren deutsche Deckhengste im Melbourne-Cup sogar Eins-Zwei. Dritter rund viereinviertel Längen hinter dem Sieger wurde der von John O’Shea für Godolphin als Favorit ins Rennen gestartete Hartnell (63:10), der eingangs der Geraden „Hände voll” aufmarschierend, kurz wie der Sieger aussah. Aber schnell war zu erkennen, dass zwei Pferde heute noch besser sind. Dementsprechend leicht marschierten Almandin und Heartbreak City, die beide lange im hinteren Mittelfeld gehalten, einen optimalen Rennverlauf von ihren Reitern serviert bekamen, am Godolphin-Schützling vorbei und kämpften bis zum Ziel um den Sieg. Auf der Linie hatte der Ex-Schlenderhaner seinen Konkurrenten schließlich hauchdünn niedergerungen und sorgte damit wieder für einen Glanztag für die deutsche Vollblutzucht vor rund 97.500 turfbegeisterten Zuschauern.

Geritten von Kerrin McEvoy, punktete der inzwischen sechs Jahre alte Wallach Almandin zur Siegquote von 118:10. 16 Jahre nach dem Erfolg mit Brew hat McEvoy damit zum zweiten Mal in seiner Karriere das „Race that stops a nation“ gewinnen können. Es war die längste Siegpause der im Melbourne-Cup mehrfach erfolgreichen Jockeys. Trainer Robert Hickmott siegte zum zweiten Mal nach Green Moon 2012 und Besitzer Lloyd Williams (76) ist jetzt der erfolgreichste Besitzer in der 156 Jahre langen Geschichte des Rennens: es war sein fünfter Sieg. Er kassiert mehr als die Hälfte der Gesamtdotierung des Rennens von umgerechnet rund 4,3 Millionen Euro. Für Monsun war es nach Fiorente (2013) und Protectionist (2014) der schlichtweg sensationelle dritte Sieg eines Nachkommen in den letzten vier Jahren im Cup. Almandin war nach seinem Sieg im Großen Preis der Badischen Unternehmer 2014  (siehe Extra-Text), bei dem er mit Protectionist keinen Geringeren als den Cup-Sieger 2014 hinter sich ließ, nach Australien verkauft worden. Wegen einer Sehnenverletzung konnte er aber lange keine Rennen bestreiten und gab erst in diesem Jahr sein Comeback. 2015 war er gar nicht am Start gewesen. Mit Our Ivanhowe (früher Ivanhowe) war ein weiterer Ex-Schlenderhaner mit von der Partie. Der Sechsjährige hatte jedoch keine Chance auf einen der vorderen Plätze und landete am Ende nur auf dem 17. Platz. Insgesamt kamen 24 Pferde an den Start.

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