Was für ein Chaos in einem der wichtigsten Sprint-Rennen des europäischen Kontinents! Und das ungarische Wunderpferd Overdose war mitten drin. Alles fing für den dreijährigen Starborough-Sohn und seinen Jockey Andreas Suborics vor dem Prix de l’Abbaye schon turbulent an. Der Hengst, der wie schon vor seinem Sieg in der Goldenen Peitsche stark schwitzte, war so aufgedreht, dass er beim Aufgalopp auf dem Weg zum Start gleich eine Starthelferin über den Haufen lief.
Dann dauerte es an der Startstelle sehr lange. Und als es schließlich soweit war, ging bei dem Engländer Fleeting Spirit die Boxentür nicht auf. Zunächst hatte das niemand bemerkt, auch die Jockeys waren sich nicht sicher, ob es nun einen Fehlstart gegeben hatte, oder nicht.
Einige, zu denen auch Andreas Suborics gehörte, der mit dem bis auf 47:10 heruntergewetteten Overdose natürlich gleich ganz vorne zu sehen war, bemerkten es nicht, andere hielten ihre Pferde an.
Overdose, der vorne richtig Gas gab, kam überlegen als Erster ins ziel, doch waren es am Ende nur wenige Pferde, die ihm bis zur Ziellinie gefolgt waren.
Die Rennleitung entschied nach diesem Chaos, dass das Rennen als letztes Rennen noch einmal gelaufen wird. Drei Pferde, zu denen auch Overdose gehörte, wurden abgemeldet. Für die zahlreichen Overdose-Fans natürlich eine ganz bittere Pille.
Auch Trainer Sandor Ribarzski war sauer. ‚Wir sind 1700 Kilometer gereist für nichts‘, ärhgerte sich der ungarische Coach von Overdose. Nun weiß immer noch niemand, wie gut der ungarische Wundergalopper wirklich ist.
Trotz des ganzen Theaters wurde die 1000 Meter-Gruppe I-Prüfung (dotiert mit 250.000 Euro) vom Favoriten gewonnen, denn an einem Mega-Tag für die Familie Head setzte sich der von Davy Bonilla gerittene Marchand d’Or (Trainer Freddy Head) gegen den Außenseiter Moorhouse Lad und Borderlescott durch.
Zuvor hatte das Team Freddy Head/Davy Bonilla schon mit dem Hamdan Al Maktoum-Hengst Naaqoos das Grand Criterium für die zweijährigen Hengste (1400 m, 350.000 Euro) gewonnen, in dem Milanais und Intense Focus die Plätze zwei und drei belegten, während Aidan O’Briens Favorit Mastercraftsman seine erste Niederlage hinnehmen musste und wie fast alle Ballydoyle-Pferde an diesem Wochenende unterging.
Eine halbe Stunde zuvor war der Prix Marcel Boussac (Gruppe I, 1600 m, 300.000 Euro) für die Stuten durch die Abdullah-Lady Proportional (Stephane Pasquier) in den Stall von Christine Head-Maarek gegangen. Als große Außenseiterin gewann die Beat Hollow-Tochter gegen Elusive wave und Copperbeech.
Eine gute Platzierung gab es in einem Handicap (2000 m, 28.000 Euro) noch für Peter Schiergens Thalamon, der unter Andrasch Starke als Außenseiter Zweiter wurde.










