Mallorca statt Rennsattel: Georg Bocskai sagt Good Bye

Los Arcos: Das ist kein Pferdename. Und auch nicht der Name irgendeines Rennens im Internationalen Turfzirkus. Es ist der Name eines Restaurants auf Mallorca. Es liegt in Santa Ponza. Dort wird man Georg Bocskai im nächsten Jahr in Aktion sehen. Denn der Jockey hängt die Stiefel an den Nagel, beendet eine große Zeit als Rennreiter. Am 31.12.2001 ist offiziell Schluß. Das wurde am Freitag Abend im Hause Bocskai beschlossen. Aus und vorbei die Zeit als Jockey. Los geht es als Gastronom auf der Ferieninsel.

„Mir fehlen einfach die sportlichen Perspektiven. Sowohl als Jockey als auch in der Selbständigkeit als Trainer. In beiden Fällen sind die Perspektiven in Deutschland einfach katastrophal. In den letzten zwei Jahren ging es deutlich bergab und es wurde immer mühseliger“, so Georg Bocskai am Morgen nach dem Entschluss gegenüber GaloppOnline.de.

Der Tausch von Neusser gegen Mallorca-Sand. Wer mag es Bocskai verübeln? Doch vermissen wird er das Jockeyleben mit Sicherheit. Er war einer der Größten seiner Zunft, brachte es zu mehr als 1700 Siegen. Mit Lagunas gewann er das Derby, saß bei vielen wichtigen Acatanango-Siegen im Sattel. So auch bei dessen letztem Karrieresieg am 6. September 1987 im Großen Preis von Baden. Und Bocskai steuerte Pferde wie Lirung und viele andere aus dem Quartier des großen Heinz Jentzsch, dessen Stalljockey er lange war.

„Natürlich werden mir die Vollblüter fehlen. Aber das momentane System nicht. Her Bult, Besitzer des Rennstalles Directa, war einer der wenigen, die mir bis zum Ende die Stange gehalten haben und er wollte, dass ich weitermache. Wenn es mehr wie ihn in diesem Sport gegeben würde, würde ich den Schritt nicht machen“, erläutert der 41-jährige weiter.

Das gilt mit Sicherheit auch für Carmen Bocskai. Diese schnitt in ihrer Trainerprüfung vor kurzem noch mit der Note 1,7 ab. Das Büffeln, es war wohl vergeblich. „Ich habe alles gemacht, um mein Hobby zum Beruf zu machen. Habe mich weitergebildet und wir hatten geplant, es wie Familie Mäder zu machen. Es fehlen in der aktuellen Lage aber einfach die Perspektiven und wenn man so eine Alternative hat, muss man diese wählen. Denn es muss unter dem Strich ja auch mal etwas hängen bleiben“, erläutert Carmen Bocskai.

Deren Vater betreibt derzeit Los Arcos, das Santa Ponza-Restaurant mit mediterraner Küche. Mit 70 Jahren will Carmens Vater jetzt Schluss machen. 2002 haben Georg und Carmen Bocskai dann die Zügel, oder besser gesagt Teller in der Hand. Und Turfdeutschland hat bei Reisen nach Mallorca ein neues Ziel: Los Arcos.

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