England, Japan, Godolphin – ganz viele d?rfen jubeln

Wer geglaubt hatte, dass der Sieg des Engländers David Junior in den Champion Stakes in Newmarket 2005 eine Eintagsfliege sein würde, der wurde am Samstag in Dubai eines Besseren belehrt. Denn im Dubai Duty Free, erstmals mit 5 Millionen US-Dollar ausgestattete Gruppe I-Prüfung über 1777 Meter, schaffte der Vierjährige nun seinen zweiten Super-Coup.

Im möglicherweise am stärksten besetzten Rennen des Abends wartete Jamie Spencer mit David Junior drei Längen hinter der vorderen Gruppe an fünfter Position auf seine Chance. Und diese bot sich noch vor der Distanz. Der amerikanische Außenseiter The Tin Man hatte sich längst einen Vorteil verschafft, doch dann kam der spätere Sieger nicht nur näher, er zog in einem Rush auf Nimmerwiedersehen davon und verdiente auf einen Schlag 3 Millionen Dollar.

The Tin Man blieb für den Ehrenplatz ungefährdet, während der Lokalmatador Seihali mit stattlichen Reserven noch Dritter wurde. Auch Host und Bullish Luck konnten sich noch stark verbessern. Fields of Omagh (Siebter) verließen am Schluss die Kräfte, Valixir (14.) fand einmal mehr enttäuschend nie ins Rennen und gibt weiter Rätsel auf.

Auch von dem Lando-Sohn Touch of Land (Achter) ging diesmal keinerlei Gefahr aus. Der Japaner Hat Trick (Zwölfter) blieb nach schlechtem Start immer in hinteren Regionen.

Wer genau hingeschaut hatte, der konnte den Sieger im Dubai Sheema Classic (Gruppe I, 5 Mio. Dollar, 2400 m) treffen. Denn bei seinem letzten Auftritt in einem Listenrennen in seiner Heimat Ende Dezember hatte Heart´s Cry keinen Geringeren als den Seriensieger und Superstar Deep Impact geschlagen, den viele für unbezwingbar gehalten hatten. Und schon zuvor hatte er im Japan Cup den Triumph gegen Alkaased nur um eine Nase verfehlt.

Bei Christophe-Patrice Lemaire war der Sunday Silence-Sohn bestens aufgehoben. Trotz einer äußeren Startnummer war er schon im ersten Bogen in Front gezogen. Dort kontrollierte Lemaire mit ihm Tempo und Gegner. Nie kam ein Konkurrent in die Nähe des mit Siebenmeilenstiefeln davonziehenden Heart´s Cry, der stets ausgezeichnet ging und seinem Trainer Kojiro Hashiguchi ein Doppel bescherte nach Utopia in der Mile.

Mehr als vier Längen behauptete er auf der Linie gegen einen in dieser Prüfung nach dem dritten Platz im Vorjahr erneut blendend aufgelegten Collier Hill (Dean McKeown). Noch ordentlich zog der Südafrikaner Falstaff (John Murtagh) an, während die favorisierte Hong Kong Cup-Siegerin Ouja Board (Kieren Fallon) diesmal aus dem Mittelfeld nur kurz gefährlich wirkte, nicht so stark anpackte wie noch im Dezember und mit Platz vier vorlieb nehmen musste.

Eine riesige japanische Fangemeinde durfte nach der Godolphin Mile (Gruppe II, 1 Mio Dollar, 1600 m) ihrem Jubel freien Lauf lassen. Der sechsjährige Forty Niner-Sohn Utopia aus dem Stall von Kojiro Hashiguchi marschierte seiner Konkurrenz völlig souverän Start-Ziel davon. Es war eine Augenweide, wie der von Yutaka Take gerittene Hengst sich schon früh auf nichts einließ.

Vier Längen trennten Utopia, der zum erweiterten Favoritenkreis gezählt hatte, am Ende von dem Türken Win River Win, der mit erstaunlichem Schlussakkord noch auf den zweiten Rang schoss, während der englische Favorit Jack Sullivan aus bester Lage ebensowenig weiterzog wie Marbush, die alle dicht zusammenblieben.

Ein Ziel liegt Sheikh Mohammed schon seit Jahren am Herzen – er möchte unbedingt das Kentucky Derby gewinnen. Jetzt scheint er diesem Anliegen ein gutes Stück nähergekommen zu sein. Denn nach der Manier des Sieges von Godolphins Discreet Cat (Foto) im UAE Derby (Gruppe II, 2 Mio. US-Dollar, 1800 m), könnte der Forestry-Sohn ein ganz großer Trumpf sein.

Lanfranco Dettori servierte dem Dreijährigen, der rein amerikanisch gezogen ist, ein Super-Rennen. An vierter Stelle galoppierte Discreet Cat, der hier schon zuletzt einen riesigen Eindruck hinterlassen hatte, völlig relaxed, als vorne Gaburin und Dominguin loslegten wie die Feuerwehr. Im Einlauf erfolgte bald schon die Attacke eines bestechend marschierenden Discreet Cat, der sich sofort auf riesigen Vorteil absetzen konnte.

Komplett machte die zweite Godolphin-Farbe Testimony (Garrett Gomez) den Erfolg der blauen Erfolgsflotte und von Trainer Daeed bin Soroor, er behauptete sich im Kampf um den Ehrenplatz knapp gegen den Japaner Flamme de Passion und Invasor.

‚Wir werden sehen, wie er das Rennen verkraftet hat, dann werden wir eine Entscheidung treffen‘, schilderte Discreet Cats Eigner Sheikh Mohammed unter dem Jubel seiner Landsleute in Bezug auf einen Kentucky Derby-Start.

Dass die amerikanischen Sprinter im Golden Shaheen (Gruppe I, 2 Mio. Dollar, 1200 m) eine Klasse für sich sind, ist hinreichend bekannt. Nach Our New Recruit und Saratoga County gab es nun den dritten Triumph in Serie für die Vereinigten Staaten durch den Mitfavoriten Proud Tower Too, der Thor´sw Echo und Jet West schlug. Doch damit nicht genug – die ersten fünf Plätze gingen allesamt an US-Vertreter!

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