Die Entsch?digung kommt: Lord of England ganz locker

Im klassischen Mehl-Mülhens-Rennen war er die tragische Figur gewesen, hatte keinerlei Lücke gefunden und mit Platz drei vorlieb nehmen müssen. Vor knapp einer Woche sah man wegen der Bodenverhältnisse von einem Auftritt in München ab. Doch am Sonntag gab es reichlich Entschädigung für das Team von Lord of England (Foto).

Nach dem Ausfall von Idealist, der als Hauptgegner abgesehen worden war, blieben im Großen Preis der Wirtschaft in Dortmund nur sieben Kandidaten übrig. 50.000 Euro standen über der Gruppe III-Prüfung über 1750 Meter.

Andrasch Starke besaß mit Lord of England an dritter Position sofort eine Traumlage hinter dem Dänen Marshall sowie Last Action Hero. Willingly galoppierte hier noch im Mittelfeld, während Lazio an letzter Stelle von Adrie de Vries streng auf Warten geritten wurde.

Schon früh in der Geraden, als sich die vorderen beiden Pferde nach hinten verabschiedeten, trumpfte Lord of England auf. Der 17:10-Favorit, der als einziger Dreijähriger den Kampf gegen die Älteren riskiert hatte, ließ sich zwar ein wenig anschieben, doch löste er sich locker auf dreieinhalb Längen von der Konkurrenz.

‘Ich hatte doch ein wenig Angst wegen des Mehrgewichts, doch hat der Jockey alles richtig gemacht. Bis 2000 Meter sehe ich kein Problem. Vielleicht geht Lord of England nun in den Dallmay-Preis’, erläuterte Mario Hofer.

Mit viel Schwung überspurtete Lazio noch den zäh angreifenden Willingly für den Ehrenplatz, während der Franzose Billy Allen nur auf Plat vier kam und wie der Rest keine große Rolle mehr spielte.

Im Ausgleich II behielt der Frankfurter Gast Tsigane mit Eve Meutzner die Oberhand. Ex-Derby-Hoffnung Harar meldete sich unter Adrie de Vries mit einem leichten Pflichterfolg in der Maidenklasse zurück, ist damit nicht mehr Deutschlands prominentester Siegloser.

Der Besuch hielt sich bei großer Hitze und der Fußball-Konkurrenz in Grenzen. Bedauerlicherweise konnte man nur im Buchmacherladen das WM-Geschehen verfolgen. So etwas darf eigentlich im Gastgeberland des Spektakels nicht sein.

Viele Jockeys übten harte Kritik am festen Geläuf, es gab viele Abmeldungen. Man fragte sich, warum die Bahn nicht bewässert wurde (offiziell betrug der Bodenwert 3,3). Auch wenn der Umsatz in Höhe von 210.668 Euro das Vorjahresergebnis knapp überstieg, konnte man damit sicher nicht zufrieden sein. Für einen Gruppe-Renntag ist das einfach zu wenig.

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