Capital Secret: Ein Erfolgsgeheimnis am Eis- und Nebeltag

Eine gespenstische Szenerie. Dichte Nebelschwaden überzogen die Neusser Rennbahn, die Sichtverhältnissen waren entsprechend eingeschränkt. Permanenter Nieselregen vereiste die umliegenden Straßen. Sogar die Startmaschine war ein Rennen lang nicht einsetzbar, da Box drei angefroren war. Ungewöhnliche Bedindungen also bei dieser Sonntagsveranstaltung.

Ausgesprochen fest präsentierte sich das Geläuf, die Pferde umkurvten das Oval am Obertor deutlich schneller als an den vergangenen Renntagen, sehr gute Zeiten waren die logische Konsequenz. Bestens mit diesen Gegebenheiten zurecht kam Capital Secret.

Seine vielköpfige Besitzerschar, der Galopp Club Deutschland (zuvor schaute man sich bei einem Brunch im Kölner Rennbahnrestaurant die Videos der Club-Erfolge 2001 an) war zahlreich erschienen und musste nie schwitzen. Schweißperlen auf der Stirn der Eigner – man fand sie nicht, denn der Wallach, vierfacher Sieger im Vorjahr, beherrschte den Preis der Stadt Neuss (Ausgleich II) mit Filip Minarik (flog am Abend in seine tschechische Heimat). Sein Vorstoß brachte sofort die Entscheidung. Die Entscheidung zugunsten des sicher weiter zu steigernden Capote-Sohnes, der immerhin noch 28:10 am Toto brachte.

Trainer Mario Hofer sprach anschließend von einem ‘richtig guten Pferd’. ‘Er hat imponierend gewonnen und wird im Februar wieder auf Sand starten.’ Exquisite Lad und Rondo Veneziano komplettierten einen allseits erwarteten Richterspruch.

Heinz Tölle, Berufstrainer in Düsseldorf, macht mit der Stute Rendite weiter einen guten Job. In einer günstigen Aufgabe brauchte Jozef Bojko einen Tag vor seiner Abreise nach Florida nie aus sich herauszugehen, um Sound Domino zu bezwingen. ‘Im Ausgleich II hätte sie zuviel Gewicht schleppen müssen. Wir wollen mit ihr in diesem Jahr ein Listen-Rennen gewinnen’, erzählte er.

‘Der Herrgott weiß, wer Geld braucht’, flachste Trainer Heinz Hesse nach dem Sieg des Sandbahnspezialisten Nastro Azzuro in einem weiteren Altersgewichtsrennen. Erstaunlich mit welch ungewöhnlicher Galoppade der Achtjährige noch Madison Avenue schlug, der eigentlich schon zu Hause schien. ‘Er braucht unterwegs einige Aufmunterungen, bevorzugt schweren Boden. Der Jockey muss ihn kennen’, sagte der Frankfurter Coach.

Bei Kevin Woodburn war er bestens aufgehoben. Der Engländer markierte seinen 1499. Karrieretreffer, allzu viele werden nicht mehr hinzukommen. Wenige Stunden später konnte er sich endgültig feiern lassen: Auf Piceur sicherte sich ‘Woody’ sein 1500.Rennen, ist endgültig in einen erlauchten Kreis aufgerückt.
Die weiteren Gewinner an einem ordentlich bewetteten Renntag(Umsatz: 396.823 Euro): Rooftop Flyer (erster A-Sieg für Besitzertrainer Thomas Gries), Osvaldo (Sensationsquote 190:10), Caesar (erster Treffer seit 1999 für Horst Olderdissen), Otisco, Sharkhan und Konfuzius. Diese drei verhalfen Andreas Helfenbein (unser Foto) zu einer bemerkenswerten Triplette.

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