Anhebung des GAG – Das sagt der Chef-Handicapper

Mit dem aktuell zur Veröffentlichung anstehenden Jahres-Generalausgleich sind die GAG-Marken der allermeisten deutschen Rennpferde simultan angehoben worden.

Chef-Handicapper Harald Siemen erläutert Einzelheiten dazu in seinem Blog bei Deutscher Galopp.

Siemen schreibt: „Der diesjährige Jahresausgleich bringt insofern eine Besonderheit, als das Niveau angehoben wurde. Bis 75 kg um 4 Kilo, danach bis zu 87 kg mit einem gleitenden Zuschlag, der zum Schluss nur noch ein halbes Kilo beträgt. Eine ursprünglich vorgesehene Erhöhung bis 91 kg ließ sich nicht verwirklichen, da ansonsten Konflikte mit den von den europäischen Handicappern festgelegten Gewichten in den Gruppe- und Listenrennen entstanden wären.“

Zu den Gründen dieser Anhebung, in der Sport-Welt ist hier kürzlich auch bereits ein ausführlicher Zwei-Seiten-Text von Matthias Tamrat erschienen, sagt Siemen: „Zum einen sind die Gewichte im Laufe der Zeit nach unten gerutscht und haben besonders im Bereich der für den Ausgleich II und Ausgleich I relevanten Gewichte eine Lücke hinterlassen. Als Folge davon leiden die besseren und guten Ausgleiche häufig unter Startermangel. Durch die Erhöhung ist jetzt die Grundlage dafür geschaffen, dass sich das ändern kann. Zum anderen, und das ist ein weiterer Grund für die Anhebung, gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass unsere Handicap-Pferde besser sind, als die Zahlen es bisher ausgedrückt haben.“

Siemen weiter: „Das äußert sich zum Beispiel darin, dass in Deutschland trainierte Pferde bei Starts in Frankreich nahezu regelmäßig auf deutlich höhere Handicap-Marken kommen. Umgekehrt ist es erforderlich, von Startern mit französischer Handicapmarke, aber auch von den Ratings der englischen oder irischen Importpferde, in deutschen Ausgleichsrennen deutliche Abzüge von der offiziellen Umrechnungstabelle vorzunehmen, um sie überhaupt wettbewerbsfähig zu machen. Auch die Tatsache, dass vermehrt Handicapper mit Marken zwischen 70 und 80 in Listen- oder sogar Grupperennen nach vorne laufen, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass unsere Ausgleichspferde höhere Marken verdienen und näher an der Listenklasse stehen als die Zahlen vermuten lassen.“

Kritik, dass Trainer oder Besitzer meinen, durch die Anhebung benachteiligt zu sein, kontert Siemen mit Verweis darauf, dass ja schlussendlich alle Pferde betroffen sind: „Trainer und Besitzer brauchen aber keinen Schreck zu kriegen, dass ihre Pferde nun plötzlich höher stehen. Da alle Pferde davon betroffen sind, ändert sich das Verhältnis der einzelnen Pferde zueinander nicht oder (im Bereich von mehr als 75 kg) nicht wesentlich.“

 

Nächste Renntage

Galopprennen in Deutschland
So, 03.03. Dortmund
So, 10.03. Dortmund
So, 17.03. Mülheim
So, 24.03. Düsseldorf
So, 31.03. Berlin-Hoppegarten, Sonsbeck
Mo, 01.04. Köln
Galopprennen in Frankreich
Mi, 21.02. Cagnes sur Mer
Do, 22.02. Bordeaux, Pornichet
Fr, 23.02. Chantilly, Mont de Marsan
Sa, 24.02. Chantilly, Auteuil
So, 25.02. Cagnes sur Mer, Machecoul
Mo, 26.02. Cagnes sur Mer, Fontainebleau