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Andreas Schütz und die Henkel-Dornen von Rosengeste

Zwar hatte er das Henkel-Rennen gewonnen, hatte mit Dakhla Oasis das siegreiche Pferd gesattelt und seine 100 %-ige „Gruppe-Quote“ beibehalten, und doch blieb Andreas Schütz nach dem Klassiker ein bitterer Beigeschmack auf der Zunge.

Neben den beiden im Henkel-Rennen gestarteten Pferden hätte nämlich eine weitere Kandidatin aus dem Schütz-Stall in die Boxen einrücken sollen. Eine Stute, deren Jockey keinen geringeren Dress als jenen der Henkel-Siegerin Elle Danzig getragen hätte. Die Rede ist von der Stute Rosengeste, im Besitz des Gestüts Wittekindshof.

Diese erlitt am Montag Morgen nach einer sehr guten Arbeit eine Kolik. Um der Stute akut zu helfen, mußte man ihr ein auf der Dopingliste geführtes Mittel spritzen.

„Wir mußten an das Pferd denken und wußten, daß das Mittel in der Milch eine drei- bis fünftägige Wartezeit hat. Und laut Tierarztinformation ist die Wartezeit von Urin ähnlich zu bewerten wie die der Milch. Also genug Zeit, um in das anstehende Henkel-Rennen medikamentenfrei zu gehen“, so Andreas Schütz. Der Trainer erläutert weiter: „Da mir bekannt war, dass es sich um ein Mittel der Dopingliste handelte, bin ich am Tag der Starterangabe zum Direktorium gegangen, um den Fall zu deklarieren. Man ist uns in unserem Bestreben, die Stute laufen zu lassen, aber nicht besonders entgegengekommen.“

„Man hat uns nur eine einzige Probe zugestanden. Und diese wurde ursprünglich auf Freitag festgelegt, um dann nach langem Hin und Her für den Samstag Nachmittag akzeptiert zu werden. An diesem Samstag Mittag waren die fünf Tage genau abgelaufen. Diese Probe war dennoch positiv. Wir wußten aber, daß uns jede Minute nach vorne bringen würde und wollten somit eine Probe noch am Sonntag Morgen machen lassen. Denn auch diese wäre noch rechtzeitig vor dem Start des Rennen ausgewertet gewesen“, erklärt Andreas Schütz. Dem Trainer wurde aber verweigert, die Probe am Sonntag Morgen durchzuführen.

„Die Verantwortlichen vergessen wohl, dass es 3 Jahre dauert, eine Stute in einen Klassiker zu bringen. Es kostet einen Besitzer sehr viel Mühe, Zeit und finanziellen Einsatz. Und sportlich wäre es mit Sicherheit ehrlicher gewesen, wenn die Stute gelaufen wäre. Besonders leid tut es mir für Herrn Miebach, der sich nur damit trösten kann, die Siegerin im wichtigsten Trial geschlagen zu haben. In Zukunft werde ich nicht mehr diesen Weg gehen, ein Medikament vorab beim Direktorium zu deklarieren, sondern mich in Privatinitiative vergewissern, ob mein Pferd medikamentenfrei ist oder nicht.“

(08.05.2001)