Interview/Jockey Talks

Mit Werner Heinz

GaloppOnline.de: Eine internationale Note hat für Sie aktuell Mood Music in Paris gesetzt. Können Sie unseren Lesern vielleicht über die weiteren Pläne, die sie mit der dem Wallach haben, mitteilen.

Werner Heinz: Zuletzt ist Mood Music eindeutig am Rennverlauf gescheitert. Dabei ist er besser gelaufen als es die Platzierung aussagt. Er macht mir sehr viel Freude, war ursprünglich von mir erstanden worden um die Goldene Peitsche zu gewinnen. Das ist übrigens ein Rennen, dass ich irgendwann einmal gewinnen möchte. Zu den weiteren Plänen kann ich nicht viel verraten. Nur soviel, das Ausland ist und bleibt natürlich immer ein Thema.

GaloppOnline.de: Sie engagieren sich seit vielen Jahren im Deutschen Galopprennsport. Als erfolgreicher Sportmanager haben Sie in dieser Zeit beachtliche Erfolge zu verzeichnen. Wie kam es zu diesem Engagement und was macht für Sie die Faszination dieses Sportes aus?

Werner Heinz: Das war die „Schuld“ von Georg Baron von Ullmann und Gebhard Apelt, denen ich sehr viel zu verdanken habe. Alles fing mit Scilachi, einem Ausgleich II Pferd, an. Der Derbysieg von Dai Jin war natürlich einmalig. Inzwischen sind es zwölf Galopper, die ich bei Waldemar Hickst, Mario Hofer, Werner Baltromei, Peter Schiergen und Andreas Trybuhl trainieren lasse.Dieser Hype ist es vor allen Dingen, der die Rennen begleitet, der Sport hat nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben.

Wir haben jetzt sogar mit unserem Stammtisch, der sich in Trier regelmäßig trifft, ein Pferd namens Elke´s Friends erstanden. Unsere Kneipe heißt „Bei Elke“ und deshalb dieser Name. Das Pferd wurde über Dirk Eisele gekauft und steht bei Werner Baltromei. Die Jungs sind echt begeistert und wir werden hoffentlich viel Freude haben.

GaloppOnline.de: Mit vor allen Dingen Dai Jin haben Sie 2003 gleich einen Derby-Sieger in Hamburg präsentiert, ein Erlebnis, das vielen Besitzern und Züchtern in Deutschland verwehrt bleibt. Wie beurteilen Sie seine bisherige Zuchtkarriere, wie sieht die Resonanz aus und was spricht aus Ihrer ganz persönlichen Sicht für den Deckhengst?

Werner Heinz: Der Hengst macht einen ganz hervorragenden Eindruck und hat bisher mit seinen überschaubaren Jahrgängen Qualität abgeliefert. Er sieht blendend aus und hat nicht zuletzt mit Liang Kay, Norderney und Königstochter auf sich aufmerksam machen können. Er hat im laufenden Jahr etwa dreißig Stuten gedeckt. Ein wenig stört mich, dass man ihn vor allen Dingen von den großen Gestüten recht wenig beachtet. Vom Blut und vom Exterieur her bietet der Hengst einiges. Ich habe übrigens zwei wunderbare Fohlen, ein Stutfohlen aus der Baselga und ein Hengstfohlen aus der Bali´s Dream.

GaloppOnline.de: Hat es besondere Gründe, warum Sie in letzter Zeit Ihre Pferde bei verschiedenen Trainern stationiert haben?

Werner Heinz: Da möchte ich schon entsprechenden Druck, eine Konkurrenzsituation hat noch nie geschadet, aufbauen. Die Trainer sollen schon wissen, dass es auch um Werte geht, die man natürlich verbessert wissen möchte.

GaloppOnline.de: Wo steht der Galopprennsport in Ihrer persönlichen Prioritätenliste, und welche Auswirkungen hat überhaupt ein Derbysieg wie der von Dai Jin für Ihr weiteres Engagement in dieser Sportart.

Werner Heinz: Ziemlich weit oben, weil ich ihn nicht zuletzt auch als gesellschaftliche Plattform nutze. Eine wichtige Grundlage auch für den Abschluß von Geschäften. Dai Jin ist natürlich so etwas wie der Auslöser, wobei ich auch sagen muss, dass dieses Erlebnis ohne Baron von Ullmann und Gebhard Apelt nicht möglich gewesen wäre. Und es bereitet mir wie Sie sehen unverändert viel Freude, dem Rennsport beizuwohnen.

GaloppOnline.de: Sie haben drei Wünsche frei in Zusammenhang mit der Entwicklung des deutschen Turfs. Welche Prioritäten wurden Sie in diesem Zusammenhang stellen.

Werner Heinz: Ich habe es z.B. beim Boxen oder in der Formel I in den letzten dreißig Jahren zu genüge erlebt, dass der jeweilige Sport zusammenhält. Dies Szenario ener Familie im weitesten Sinne wünsche ich mir im Vollblutsport ebenso. Es müssen einfach alle an einem Strang ziehen, sonst wird das nichts. Vielleicht ist der Erfolgsdruck des einzelnen im Galopprennsport zu groß, man gönnt sich gegenseitig nicht sehr viel, ein großes Problem.

Dann sehe ich die Medien als sehr wichtiges Aufgabenfeld, um wieder mehr in das Bewußtsein der Leute zu gelangen. Und schließlich wünsche ich mir ganz einfach einen pünktlichen Beginn der Rennen. Die Franzosen schaffen das, warum wir nicht? Das Rennbahn-fernsehen dort ist natürlich sehr erstrebenswert in diesem Zusammenhang.

GaloppOnline.de: Wenn man über Werner Heinz spricht, dann fällt unisono der Name W H Sport International. Wo liegen aktuell Ihr Hauptaugenmerk in der Sportvermarktung und was zählt in diesem Zusammenhang zu Ihren wichtigsten Tätigkeiten?

Werner Heinz: Vermarktung im Boxen wie Henry Maske, im Skispringen Sven Hannawald oder aktuell in der Konzertbranche der überaus erfolgreiche Comedian Mario Barth gehören aktuell zu meinen wichtigsten Aufgabengebieten.

GaloppOnline.de: Wen sehen Sie von unseren deutschen Fahrern in der Formel I vorne hinter dem wohl designierten Formel 1 Weltmeister Jenson Button?

Werner Heinz: Sebastian Vettel und Nico Rosberg haben wohl die besten Karten und werden auch in Zukunft eine gute Rolle in diesem Sport spielen.

(11.06.2009)