Mit Mario Hofer

GaloppOnline.de: Mit sechs Siegen sind Sie Champion des Herbst-Meetings 2003 geworden. Dementsprechend gut dürfte doch jetzt die Laune sein, oder?

Mario Hofer: Ja, das kann man so sagen. Das Ergebnis ging in Ordnung, das Ganze war schon eine feine Sache.

GaloppOnline.de: Welcher der Erfolge war der schönste, oder werden keine Unterschiede gemacht?

Mario Hofer:Nee, eigentlich ist es wurscht, wer gewinnt. Hauptsache, die Pferde gewinnen. Generell freue ich mich über jeden Erfolg, egal, ob er in einem Gruppe-Rennen oder auf der Sandbahn zustande kommt. Man muss jedem Pferd gerecht werden. Wenn man ein passendes Rennen ausgesucht hat und das Pferd dann die anderen hinter sich lässt, erfüllt das einen mit besonderer Freude.

GaloppOnline.de: Waren Sie mit dem Ergebnis zufrieden, oder wäre sogar noch mehr drin gewesen? Wir denken da an die knappe Niederlage von Siberius.

Mario Hofer: So ist nun einmal der Rennsport, Siberius war hauchdünn geschlagen Zweiter, aber 64 Längen vor dem Dritten. Er hat eine tolle Leistung gezeigt, doch einer war an diesem Tag besser. Aber auch in einigen anderen Rennen fehlte uns etwas das Glück, das man in Baden-Baden einfach haben muss, weil so viele leistungsgleiche Pferde aufeinandertreffen. So hatte z. B. Fiepes Shuffle eine denkbar ungünstige Startnummer, während bei Glad to be fast der Sattel rutschte.

GaloppOnline.de: Wie geht es demnächst mit Siberius weiter?

Mario Hofer: Seinen nächsten Start bestreitet er im Großen Preis von Meran am 28. September, für den wir nach der letzten Vorstellung zuversichtlich sein dürfen.

GaloppOnline.de: Der wichtigste der sechs Siege gelang mit Makedos einem Hindernispferd in einem Listen-Rennen. Was ist von ihm noch zu erwarten?

Mario Hofer: Der Bursche hat eine tolle Entwicklung gemacht. Dabei wollten wir ihn schon verkaufen, doch fand sich kein Käufer. Zum Glück, kann man im Nachhinein nur sagen, denn er hat in Harzburg, Mannheim und jetzt in Baden-Baden drei Rennen in Folge gewonnen, ist zu einem Spitzen-Steepler herangereift. Er springt ausgesprochen stark, wird im Übrigen auch in Meran in einem Gruppe-Rennen für Vierjährige antreten. Mit ihm zu arbeiten, macht einfach Spaß.

GaloppOnline.de:In dem Zusammenhang. Was ist mit dem Crack Calcio?

Mario Hofer: Er weist Probleme mit den Beinen auf, nichts Tragisches. Doch haben wir uns entschlossen, ihn in aller Ruhe wieder aufzubauen und ihm eine Pause zu gönnen. Er wird erst 2004 wieder in die Ereignisse eingreifen.

GaloppOnline.de: Erfreulich sicherlich auch, dass Kaka wieder auf die Siegerstraße zurückgefunden hat. Welche Pläne bestehen jetzt mit ihm?

Mario Hofer: Er war in einem wenig erfreulichen Zustand aus Dubai zurück gekommen. Wir haben ihn anschließend untersuchen lassen, wo man zwei Chips feststellte, die operativ beseitigt wurden. Dass er wieder an die guten Zeiten anzuknüpfen wusste und in kurzer Zeit eine so tolle Form erreichte, spricht für seine Klasse, macht uns im Stall Mordsspaß.

GaloppOnline.de: War das Herbst-Meeting ein Spiegelbild der gesamten Saison, d. h. Sie mischen auf beiden Gebieten groß mit?

Mario Hofer: Vor Antritt der Fahrt nach Baden-Baden war ich eigentlich im Hinblick auf das Meeting etwas skeptisch, dachte daran, dass sich schon zahlreiche Pferde hochgelaufen hatten. Doch die Pferde belehrten mich eines Besseren, präsentierten sich in kolossaler Form, so dass ein derartiges Ergebnis herauskam. So gesehen kann man schon von einem Spiegelbild der laufenden Saison sprechen. Wir liegen sowohl nach Gewinnsumme als auch nach Anzahl der Siege an zweiter Stelle. Ein Resultat, an das wir vor Saisonbeginn bestimmt nicht gedacht haben.

GaloppOnline.de: Ist das zweite Championat im Hindernissport bereits unter Dach und Fach?

Mario Hofer: Nein, nein. Soweit ist es noch nicht. Das Championat wird ja bekanntlich nach Gewinnsumme und nicht nach Siegen, wo wir fünf Punkte Vorsprung haben, entschieden, und da ist der Abstand zum Zweiten nicht so groß. Wir müssen und wir werden noch einiges gewinnen, um das Championat zu holen. Die Titelverteidigung bleibt natürlich unser Ziel.

GaloppOnline.de: Neun Listen-Siege und ein Gruppe-Treffer stehen zu Buche. Wer folgt auf diesem Parkett dem in Hoppegarten erfolgreichen Fiepes Shuffle nach?

Mario Hofer: Noch einen oder möglichst mehrere Gruppe-Sieger wollen wir schon stellen. Namen zu nennen, fällt nicht leicht, denn unser Stall verfügt über eine Anzahl von sehr, sehr guten Pferden, die eine prima Basis für derartige Aufgaben bilden.

GaloppOnline.de: Im Januar und Februar 2004 gibt es an den Samstagen keine Rennen in Dortmund und Neuss. Wie beurteilen Sie das?

Mario Hofer: Das ist natürlich bitter, macht das Überleben einiger Kollegen noch schwieriger. Ist aber auch die logische Konsequenz aus der Entwickung, die der Rennsport in jüngster Vergangenheit genommen hat. Da kann unsereins nichts machen. Aber es gibt ja die neue Sandbahn in Deauville, deren Ausschreibungen demnächst genau studiert werden. Wenn wir nicht mehr nach Dortmund bzw. Neuss fahren können, gehen wir eben nach Deauville, wo es zudem noch mehr zu verdienen gibt.

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