Baumgarten: „Für ein mutiges Ja zu diesem Sport!“

In sozialen Netzwerken sind gleich nach Bekanntwerden der ersten Entscheidungen aus der Mitgliederversammlung des Dachverbandes Diskussionen hochgekocht, ob das alles denn so richtig sei, was dort beschlossen wurde. GaloppOnline hatte am Dienstagabend auch über die wesentlichen Ergebnisse berichtet.

Lars-Wilhelm Baumgarten, als Vertreter der Besitzervereinigung bei der Mitgliederversammlung anwesend, hat noch am Abend Stellung bezogen zu den Ereignissen des Tages. Sein Statement geben wir nachfolgend wieder:

„Es waren zwei sehr lange Sitzungstage – gestern und heute morgen die Vorbereitung im Vorstand der Besitzervereinigung und heute ab mittags die Mitgliederversammlung: intensive Beratungen in einer wirtschaftlich sehr schwierigen Lage des Rennsports – Kompromisse und Strukturveränderungen – allen 50 im Raum anwesenden merkte man den Wunsch an, diesen wunderbaren Sport in die Zukunft zu führen. Unter der sehr professionellen und erfahrenen Führung von Präsident Dr. Michael Vesper gab es eine Vielzahl von Entscheidungen, die in den sozialen Netzwerken bereits wieder zerrissen werden. Aber was bringt das?

Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Strukturreform keine Wunder bringen wird, keine Umsätze in die Höhe springen werden, der Rennsport nicht Champus bestellen kann, aber – und das sollten alle Kritiker einmal wirklich überlegen:

1. Die Rückvergütung ist politisch beschlossen und muss nun noch in Brüssel abgesegnet werden, dass ist seit 1970 versucht wurden. Bringt ungefähr 750.000 bis 850.000 Euro..

2. Die 2jährigen Rennen können weiter stattfinden – mit den Tierschutzverbänden sieht es nach einem guten Kompromiss aus.

3. Der Verband hat einen neuen Namen – Deutscher Galopp – Verband für Vollblutzucht und Rennen e.V. – und eine schlankere Satzung – das altbackene Direktorium ist Geschichte. Ja, der Name ist umstritten, ja, viele haben dazu eine andere Meinung. Aber so ist das bei Logos und Namen – dort wird es nie eine gleiche Meinung geben. Das ist wie bei der Aufstellung der Nationalmannschaft.

4. Es gibt nun schnellere Entscheidungswege. Es gibt einen achtköpfigen Vorstand, der zahlreiche Kompetenzen erhalten hat und eine Mitgliederversammlung. Das ist eine echte Strukturreform – denn alle Entscheidungen fallen nun in diesen beiden Gremien – nicht mehr in drei.

5. Die wirtschaftlichen Aktivitäten sind von den Verbandsaktivitäten getrennt – die DVR Wirtschaftsdienste haben einen eigenen Beirat und können wie die Deutsche Fussballliga unabhängiger und wirtschaftlich entscheiden.

Alles Schritte hin zu einem professionelleren Rennsport – ja ich weiss, die Kritiker sind schon überall in Stellung.

Aber: ist es wirklich richtig, dass die letzten Fans des Sports in den sozialen Netzwerken die Delegierten und den Vorstand ausschließlich kritisieren – wo soll das hinführen? Mich erinnert das an die Selbstzerfleischung der SPD in den vergangenen Jahren – kein guter Weg…

Ja, die Zeiten und Kennzahlen des Sports sind schwierig, ja Pferde züchten und besitzen ist nicht im Zeitgeist – das hat viele – auch hausgemachte Gründe – aber jede Entscheidung – ob Logo, Name oder Gewichtserlaubnis zu kritisieren – bringt uns das weiter?

Ich bin für ein mutiges Ja zu diesem Sport – es gibt überall viel zu tun..

Neue Besitzer, Syndikate, Wetter, Kundenpflege, Dienstleistung, EDV, Zucht usw usw…aber nur, wenn alle mithelfen und anpacken und wissen, dass Fehler passieren, gerade, weil der Sport unterpersonalisiert und unterfinanziert ist – kann er sich selber helfen.

Wer ist dabei – Deutscher Galopp – auf gehts.“

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