Das große Sommermeeting von Deauville wirft in Frankreich seine Schatten voraus – doch einen Grand Prix über die klassischen anderthalb Meilen gibt es im normannischen Seebad nicht. Auf der Distanz, über die Anfang Oktober dann auch der Prix de l´ Arc de Triomphe führen wird, duelliert sich die Konkurrenz noch vor den Sommerferien in Paris:
Traditionell sind Ende Juni in Saint-Cloud die vier Jahre alten und älteren Pferde gefragt, wenn es in den mit 400.000 Euro dotierten Saint Prix de Saint-Cloud geht, Mitte Juli ist dann der klassische Jahrgang im Grand Prix de Paris von Longchamp gefordert. In diesem Jahr geht es in Saint-Cloud um die Nachfolge von Andreas Wöhlers Novellist, der hier im vergangenen Jahr als erstes in Deutschland trainiertes Pferd seit dem Triumph des großen Acatenango 1986 wieder siegen konnte.
Als deutscher Prätendent startet einzig der von Peter Schiergen für russische Interessen trainierte Empoli (Archivbild). Bei dessen letztem Auftritt, seinem vierten Platz in dem von Cirrus des Aigles gewonnenen Coronation Cup von Ascot, ließ der vom Gestüt Ebbesloh gezogene Halling-Sohn unter Adrie de Vries zwei Gruppe-I-Sieger hinter sich und wiederholte seine Platzierung aus dem noch stärker besetzten Dubai Sheema Classic von Meydan Ende März. Empoli tritt nun unter Umberto Rispoli an und dürfte zumindest ganz reelle Ansprüche auf einen vorderen Platz anmelden können (Zum Langzeitmarkt).
Peter Schiergen erklärte dazu gegenüber der Sport-Welt: „Wenn er unter die ersten drei käme, wären wir sehr zufrieden. Gruppe-I-Rennen sind immer schwer, aber ihm hat in Epsom das Auf und Ab in der Kursführung nicht geschmeckt. Da hat er einiges an Boden verloren. Diese Probleme stellen sich in Saint-Cloud nicht. Von daher müsste er eigentlich näher an Flintshire dran sein können.“
Dieser Flintshire ist einer der beiden Favoriten der Prüfung, die Großeigentümer Khalid Abdullah gehören, der das Rennen überhaupt erst einmal 2009 mit Sir Michael Stoutes Spanish Moon für sich verbuchen konnte. Sieben Mal konnte sich hingegen schon der Trainer des letztjährigen Grand-Prix-de-Paris-Siegers Flintshire als Sieger in Saint-Cloud feiern lassen: André Fabre ist der erfolgreichste Trainer in der jüngeren Geschichte des Rennens. Der vier Jahre alte Dansili-Sohn gab ein respektables Saisondebüt Anfang des Monats im Coronation Cup von Epsom, als er zwei Längen hinter dem Sieger und fünfeinhalb Längen vor Empoli geblieben war.
Stärkster Widersacher für den Fabre-Schützling könnte der Frankel-Bruder Noble Mission werden, der für das Quartier von Lady Cecil Ende Mai im irischen Tattersalls Gold Cup den ersten Treffer auf höchster Gruppe-Ebene seit dem Tod des Großmeisters Sir Henry Cecil erzielte. Der fünf Jahre alte Galileo-Sohn erreichte bei seinem Gruppe-I-Debüt gleich den ersten Treffer und ist nun seit drei Gruppe-Rennen in Folge ungeschlagen.
Er geht nun allerdings wieder auf eine rund vierhundert Meter weitere Distanz, die er nicht ganz so zu mögen scheint. Man testet ihn aber für einen eventuellen Start im Prix de l´ Arc de Triomphe erneut über die Distanz aus.










