Höher- und Herabstufungen, Qualitätskontrolle/Gefährdete Rennen, Terminänderungen und die Situation im italienischen Rennsport waren die zentralen Themen des alljährlichen Treffens des European Pattern Committees (EPC), das am Donnerstag in Paris tagte. Betroffen war auch die Goldene Peitsche, Deutschlands wichtigstes Fliegerrennen.
Bislang als Gruppe II-Rennen ausgetragen, wird das Iffezheimer Sprint-Highlight in diesem Jahr nur noch Gruppe III-Status haben. Gefährdet in seinem Gruppe I-Status ist der Große Preis von Bayern, der übrigens in dieser Saison am 1. November (Allerheiligen) gelaufen wird.
Dazu kommen mit der Kölner Zweijährigen Trophy (Köln), dem Kronimus-Rennen (Baden-Baden), dem Junioren-Preis (Düsseldorf), dem Oster Stutenpreis (Köln), dem Preis der Besitzervereinigung (Hannover) und dem Großen Dresdener Herbstpreis (Dresden) sechs gefährdete Listen-Rennen auf den Prüfstand.
Doch auch in den Nachbarländern hat es einige Rennen ‚erwischt‘. So gehören der Prix Noailles in Longchamp und das Derrinstown Stud Derby Trial in Leopardstown seit Donnerstag der Gruppe III an. Herabstufungen im Status sind Folge nicht erreichter Parameter in den vergangenen drei Jahren.
Vielleicht sinnbildlich für die verfahrene Situation im italienischen Rennsport ist die Herabstufung des Gran Criterium in Mailand. Dem Zweijährigen-Rennen in der Modemetropole entzog man den Gruppe I-Status und schrieb es als Gruppe II-Prüfung aus. Immer noch wartet man sowohl in Italien, aber auch in anderen europäischen Ländern (darunter auch Deutschland) auf die Auszahlung der Rennpreise aus dem Stiefelland.
Das EPC hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach auf postalischem Wege an das Landschaftsministeriums gewandt, das jetzt für die Kontrolle des Rennsports in Italien verantwortlich ist. Man machte das Landschaftsministerium von Seiten des EPC auf „unabwendbare Konsequenzen“ aufmerksam und stellte ein Ultimatum.
„Es wurde vom EPC beschlossen, dass ein Ultimatum an die italienische Behörde mit der Maßgabe gestellt wird, dass alle ausstehenden Rennpreise bis Ende März gezahlt werden müssen“, heißt es in der offiziellen Erklärung des EPC.
„Falls dies nicht der Fall sein sollte, wird die Mitgliedschaft Italiens im EPC per 2015 erlöschen. Außerdem wird das EPC dem International Rave Planning Advisory Committee (IRPAC) und der Society of International Thoroughbred Auctioneers (SITA) beginnend mit dem Jahr 2015 empfehlen, alle Italienschen Gruppe- und Listen-Rennen aus Part I des International Cataloguing Standards (ICS) Book in Part II herunterzustufen, was bedeutet, dass Italiens Renneinstufungen nicht länger in Auktionskatalogen Erwähnung finden und keinen Black Type mehr erhalten.“ Klare Worte also in Richtung Italien.
Fast folgerichtig sind für 2015 gleich 18 Rennen in Italien in ihrem Status gefährdet. Dazu zählt mit dem Premio Vittorio de Capua in San Siro auch ein Gruppe I-Rennen. Gefährdet sind unter anderem zwei Gruppe II-Rennen, zwei Gruppe III-Prüfungen, sowie 13 Listen-Rennen.
Aber auch in Frankreich wackelt der Status einiger großer Rennen. Darunter befinden sich mit dem Criterium de Saint-Cloud, dem Prix Jean Prat und dem Prix Royal Oak gleich drei Rennen höchster Güte.










