Mit einer sensationellen Vorstellung pulverisierte der von Andreas Wöhler für Dr. Christoph Berglar trainierte Novellist am Samstag in Ascot die King George VI & Queen Elizabeth Stakes, das mit einer Million Pfund dotierte Gruppe I-Rennen über 2400 Meter.
Fünf Längen Vorsprung hatte der Monsun-Sohn im Ziel des mit einer Million Pfund dotierten Gruppe I-Rennens über 2400 Meter vor dem Zweiten und ganz nebenbei verbesserte er mit seiner Zeit von 2:24,6 Sekunden den Bahnrekord um zwei Sekunden! Novellist war sogar sieben (!) Sekunden schneller als Danedream bei ihrem Vorjahressieg, damals war der Boden allerdings nicht so schnell.
Johnny Murtagh, der erstmals im Sattel des Hengstes saß, weil Ryan Moore Sir Michael Stoutes Hillstar reiten musste, servierte dem als 75:10-Chance angetretenen Grand Prix de Saint-Cloud-Sieger an vierter Stelle ein optimales Rennen.
Durch Hamdan Al Maktoums Ektihaam und Mark Johnstons Universal gab es ein absolut ordentliches Tempo, sodass der deutsche Crack hinter dem irischen Derbysieger Trading Leather relaxed galoppieren konnte. Hinter Novellist lag der 25:10-Favorit Cirrus des Aigles an fünfter Position.
Etwa 600 Meter vor der Linie waren die beiden Ersten bereits in Schwierigkeiten, während Novellist noch glänzend ging. In der Zielgeraden startete Johnny Murtagh sofort den Angriff auf Trading Leather. Cirrus des Aigles konnte dagegen unter Christophe Soumillon nicht beschleunigen und kam schon früh nicht mehr für den Sieg in Frage.
400 Meter vor dem Ziel ging Novellist nach vorne, dann war es die Solo-Partie eines einzigen Pferdes. Der Hengst löste sich in überlegener Manier und zeigte eine Vorstellung, die ihn zum aktuell wohl besten älteren Stéher in Europa macht. Fünf Längen Vorsprung hatte er vor Trading Leather, hinter dem mit Hillstar ein weiterer Dreijähriger Dritter wurde, während für Cirrus des Aigles, der nicht mehr das Pferd von früher zu sein scheint, nur der vierte Platz blieb (Video ansehen).
‚Wir wussten, dass er sich seit dem letzten Rennen verbessert hatte, aber dass er sich so sehr verbessert hat, ist unglaublich‘, erklärte Andreas Wöhler nach seinem ersten Gruppe I-Sieg in England.
RaceBets.com, der Buchmacher des deutschen Rennsports, kürzte seinen Kurs für einen Sieg im Prix de l’Arc de Triomphe nach dem Rennen sofort von 210:10 auf 70:10 (Zum Langzeitmarkt).
‚Er ist ein hochklassiges Pferd, mit einem tollen Motor. Es hat mir gefallen, wie er sich gestreckt hat, als ich es von ihm verlangte. Das schwerste war, ihn anzuhalten. Er steht auf einer Höhe mit meinen anderen King George-Siegern‘, so Siegjockey Johnny Murtagh nach dem Rennen.
Für Murtagh, der schon in einem Sport-Welt-Interview unter der Woche Mumm auf Novellist verkündet hatte, war es nach Alamshar, Dylan Thomas und Duke of Marmalade der vierte Sieg in den King George VI & Queen Elizabeth Stakes.
Für Deutschland der zweite, denn im vergangenen Jahr triumphierte hier die Lomitas-Tochter Danedream. Damals hätte niemand gedacht, dass es zwölf Monate später ein anderes deutsches Pferd schaffen könnte, wieder in dem Ascot-Kracher zu gewinnen.
Für Novellist war es beim zehnten Start der achte Sieg. Mit den ca. 680.000 Euro die er mit seinem Sieg verdiente, trat der Hengst auch in den Klub der ‚Millionäre‘ ein, er steht nun bei einer Gewinnsumme von ca. 1,23 Millionen Euro.
Doch diesem Novellist ist alles zuzutrauen, es sieht so aus, als dass es direkt im Jahr eins nach Danedream gleich ein neues Wunderpferd für den deutschen Galopprennsport gibt.
Sollte alles glatt gehen, und Novellist auch am ersten Oktoberwochenende in Paris-Longchamp an den Start gehen, dann wird die deutsche Delegation im Bois de Boulogne jedenfalls riesig sein.









