Hofer spricht Klartext: ‚Bei Foul kein Tor und Rennen weg!‘

Am Mittwoch landete Trainer Hofer mit seinem Top-Sprinter Smooth Operator in Hamburg auf Platz zwei. Nur hauchdünn musste sich der Krefelder Trainer für den Gruppesieg geschlagen geben. Im Sattel seines Pferde saß Tochter Steffi Hofer, die sich an die in der Rennordnung vorgeschriebene Peitschen-Regel hielt. Anders war der Fall beim Sieger.

Das will der Coach, der am Samstagmorgen um 11:00 Uhr von Hamburg nach London für Pastorius jettete (Start der Eclipse Stakes um 16:50 Uhr, live bei RaceBets), nicht unkommentiert lassen, und ließ der GaloppOnline.de-Redaktion folgenden Brief zukommen:

‚In Hamburg am 30.06.2013 wurde Andreas Helfenbein im IDEE Hansa-Preis (Berlin Berlin) wegen Verstoss gegen Nr. 594/10 RO mit einer Geldbuße von 100 € belegt. In Hamburg am 03.07.2013 bekam Andreas Helfenbein im Hamburger Flieger-Preis (Dabbitse) wegen des gleichen Verstoßes eine Geldbuße von 250 €.

In beiden Fällen hatte Andreas Helfenbein gegen den vorgeschriebenen Peitschengebrauch von höchstens 5 Schlägen verstoßen und die Rennen jeweils mit knappen Abstand gewonnen.

Bei Richterspruch Kampf Nase und Kampf Kopf ist äußerst fraglich oder sogar unwahrscheinlich, dass beide Grupperennen mit lediglich 5 Schlägen auch gewonnen worden wären. Bei dieser Sachlage müsste ich meine Jockeys auch anweisen, bei knappen Entkämpfen die Peitsche öfter als erlaubt einzusetzen.

Beide Pferde haben als Gruppesieger ihren Marktwert um ein vielfaches gesteigert, was bei den knapp unterlegenen Pferden nicht der Fall ist und zudem eine wesentlich höhere Gewinnsumme erzielt.

Es kann also nicht im Interesse der Besitzer und Trainer sein, wenn ein Jockey nach 5 Peitschenschlägen das Pferd nur noch mit den Händen unterstützt und der gegnerische Reiter eine geringe Strafe in Kauf nimmt und mit höherem Peitscheneinsatz das Rennen gewinnt. Als Besitzer bin ich nach einem Sieg im Grupperennen dann doch gern bereit, den finanziellen Ausfall des Jockeys zu ersetzen.

Für das Derby stellt sich mir die Frage, ob die Jockeys ohne Vorstrafen, wie z. B. Buick, Fallon, Dettori, Tylicki, Barzalona und Spanu, für einen eventuellen Entkampf mehr Schläge frei haben und ihre Pferde effektiver unterstützen können, weil ihnen nur eine Verwarnung bzw. geringe Geldstrafe droht, während vorbestrafte Reitern wie z. B. Starke, Atzeni, Veron, Pietsch und Porcu mit einem Lizenzentzug rechnen müssen. Dieser Verdienstausfall würde aber sicher angesichts des Geldpreises im Derby vom Besitzer mit einem Lächeln ausgeglichen werden.

Mit diesen Ausführungen geht es nicht persönlich gegen einzelne Personen, wie die Besitzer der siegreichen Pferde oder Andreas Helfenbein, aber Fairness und die Regeln der Rennordnung sollten für alle Beteiligten gleichermaßen gelten.

Der richtige Weg kann nur sein, die Pferde zu disqualifizieren, die ein Rennen aufgrund des Verstoßes ihres Reiters gegen Nr. 594/10 RO gewonnen haben. Dann lernt sicher jeder Jockey schnell, bis 5 zu zählen.‘

Nächste Renntage

Galopprennen in Deutschland
Sa., 11.04.Zweibrücken
So., 12.04.Düsseldorf
Sa., 18.04.Magdeburg
So., 19.04.München
Sa., 25.04.Düsseldorf
So., 26.04.Krefeld
Galopprennen in Frankreich
Fr., 10.04.Saint-Cloud, Marseille-Borely
Sa., 11.04.Fontainebleau, Bordeaux
So., 12.04.ParisLongchamp, Wissembourg
Mo., 13.04.Lyon Parilly, Auteuil
Di., 14.04.Chantilly
Mi., 15.04.Evreux, Fontainebleau