Auch bei klirrenden Temperaturen zwischen minus 4 und 3 Grad hatten die Wetter am ersten Tag des Cheltenham Festivals 2013 gut lachen. Es war der Tag der Favoriten. Und somit der Tag der Wetter. Diese hatten die Buchmacher der Insel nach dem ersten Renntag des Super-Meetings am Boden liegen.
„Es war der schwärzeste Buchmacher-Tag der Geschichte des Festivals“, heißt es von offizieller Seite des Branchenriesen William Hill.
Der dunkelste aller Cheltenham-Tage begann mit einem Schimmel-Doppel. Und auch gleich das war teuer. „Schon im ersten Rennen ging es los, fand Champagne Fever einen großen Anhang“, heißt es aus der Branche weiter. Der erste Sieger des Meetings, Champagne Fever, gehört Rich Ricci, einem der Bosse der Barclay Bank.
Der auf über 60 Millionen Euro Vermögen geschätzte Banker, der erst im Dezember aufgrund eines 6 Millionen-Bonus in der Presse war, lässt rund 30 Pferde bei Willie Mullins in Irland trainieren, verdiente mit diesen in 2012 knapp eine dreiviertel Million Euro. Knapp 70.000 Pfund verdiente Champagne Fever bei seinem Sieg im Opener.
Doch der ganz große „Wetter-Hammer“ kam im Highlight des Tages. Im Champion Hurdle fegte der Favorit die Buchmacher so richtig weg. Hurricane Fly gelang es, seine Krone zwei Jahre nach seinem ersten Champion Hurdle zurückzuerobern und setzte den Höhepunkt eines von Favoritensiegen nur so gespickten Tages.
„Noch nie war ein Cheltenham-Tag für unsere Branche teurer, als der heutige. Ich schätze, dass wir und unsere Kollegen allein im Wettgeschäft am Dienstag über 15 Millionen Pfund Verlust zu verzeichnen haben“, gab ein Ladbrokes-Sprecher am Morgen nach der Meetings-Eröffnung zu Protokoll.
Zieht man die Marketing-Aufwendungen in Betracht, wird Tag 1 die Bookies weit mehr als 20 Millionen Euro gekostet haben. So zahlte Paddy Power im Hauptrennen mehr als 2 Millionen Euro an verlorenen Wetten zurück. Wie RaceBets offerierten die Iren eine Rückzahlung aller verlorenen Langzeitwetten, wenn der Favorit Hurricane Fly gewinnen würde.
Auch für Deutschlands Branchenprimus RaceBets endete der erste Cheltenham-Tag nach dem diesjährigen Markteintritt in England und Irland mit einem Nackenschlag.
„Im Vergleich zu den Kollegen auf der Insel, traf es uns noch verhältnismäßig gut. Aber natürlich haben auch wir klar verloren, allein im Hauptrennen gab es mehr als 50.000 Euro Auszahlungen auf Hurricane Fly“, heißt es von Seiten von RaceBets.
Der offizielle Wettanbieter des Deutschen Rennsports weiter: „Wir haben den englischen und irischen Kunden tolle Aktionen angeboten, die sensationell angenommen worden sind und unsere Registrierungszahlen in den letzten Tagen haben explodieren lassen. Allerdings sind solche Aktionen und unsere Top-Festkurse bei solch Favoriten-Einläufen natürlich auch entsprechend kostspielig. Die erste Runde des Festivals ging also klar an die Wetter.“
Diese feierten am 1. Tag einen gigantisch aufgelegten Ruby Walsh. Mit drei Siegen zeigte der Ire wieder einmal, warum er als der „Mann des Meetings“ gilt.
Sechs Mal wurde er in den letzten neun Jahren zum Champion-Jockey des Festivals gekürt und ist der erfolgreichste Reiter des Meetings seit dem zweiten Weltkrieg. In Cheltenham ist sogar Jockey-Legende Tony McCoy (gewann seinen letzten Festival-Champion-Titel vor 15 Jahren) machtlos gegen Ruby Walsh.
Dieser profitierte natürlich wieder einmal von der gigantischen Form von Willie Mullins, der sich mit seinen drei Treffern am ersten Tag zum erfolgreichsten irischen Trainer des Festivals aller Zeiten mauserte.
Ebenfalls auf Platz 1 der erfolgreichsten irischen Hindernispferde aller Zeiten steht nun Hurricane Fly, der seine Gewinnsumme auf über 1.5 Millionen Euro katapultierte. Als Jährling kostet der Montjeu-Sohn bei Goffs einst 65.000 Euro.












