Deutsche Frankreich-Bonanza 13 zum Super-Toto er?ffnet

Bereits der vierte deutsche Frankreich-Gast im Jahr 2013 sorgte für den ersten Auslandssieg der neuen Saison. Nachdem Glamour Star am Freitag in Deauville noch an einem Gegner gescheitert und Zweiter geworden war, begann der Samstag dort mit einem vierten Rang von Deodora, auf den ein sehenswerter Sieg von Polo folgt.

Werner Heinz‘ Dreijähriger war bei seinen ersten drei Starts nicht aufgefallen und daraufhin kastriert worden. Aber auch beim ersten Auftritt als Wallach blieb er Mitte November in Frankfurt über 22 Längen vom Sieger Chopin geschlagen, wobei er allerdings keinen guten Rennverlauf hatte.

Nun wurde ein G-Verkaufsrennen angesteuert, in dem Polo für 10.000 Euro eingesetzt war. Ob man sich auf Sand Steigerung erhoffte oder einfach davon ausging, Polo als Sholokhov-Sohn Richtung Hindernissport loszuwerden, ist nicht bekannt.

Jedenfalls eröffnete der bunte Fuchs das Rennen wie immer, nämlich in Schwierigkeiten. Immer im Hintertreffen, schien er unreif galoppierend bei Erreichen der Graden den Anschluss endgültig zu verlieren. Jockey Bachelot war noch bei doppeltem Stockeinsatz zu sehen, bevor Polo aus dem Live-Bild verschwand.

Mitte der Zielgeraden war er weit außen plötzlich wieder zu sehen und an der 200-Meter-Marke vorbei mit etwas Abstand auf das geschlossene Feld Vorletzter. Progress war deutlich erkennbar, doch hatte Polo auch gut 100 Meter vor dem Ziel wohl noch zehn Gegner vor sich.

Was folgte, entsprach genau dem, was im Rennsport mit Speedwirbel gemeint ist. Polo explodierte förmlich, schien doppelt so schnell wie die Konkurrenz, ging kurz vor dem Ziel tatsächlich nach vorne und löste sich sogar noch auf eine Länge Vorsprung von Echion.

Der Super-Toto von 281:10 auf Sieg und 97:10 auf Platz erfreuten seinen kleinen Anhang. Die Dreierwette zahlte fast 100.000:10! Nicht auf der Bahn war offenbar Hindernis-Trainer Guillaume Macaire, der als Entdecker der Vererber-Fähigkeiten von Sholokhov über Hindernisse gelten darf.

Macaire formte beispielsweise den ex-deutschen Sholokhov-Sohn Esmondo zum Gruppe I-Sieger und Hindernis-Champion und hat sich sehr viel Söhne des in die englische National Hunt-Zucht gewechselten ehemaligen Etzeaner Deckhengstes gesichert.

Polo sicherte sich aber nicht Macaire, sondern Rekord-Besitzer Gerard Augustin-Normand (keiner gewann mehr Rennen innerhalb eines Jahres als er).

25.555 Euro war diesem der dreijährige Deutsche wert, eingesetzt war das Pferd mit lediglich 10.000 Euro. Von der Differenz des Einsatz- und Verkaufspreises erhält Werner Heinz aber immerhin auch noch einmal die Hälfte.

‚Eingangs der Gerade dachte ich, dass wir Letzter werden. Ich hatte Herrn Heinz am Telefon und habe ihm gesagt, dass das heute Nichts wird und wir Nichts abbekommen. Und dann bekam Polo Flügel. Wir haben nicht damit gerechnet, uns aber umso mehr über diese sensationelle Speedleistung gefreut‘, so Trainer Mario Hofer nach Deutschlands erstem Auslandssieg 2013 gegenüber GaloppOnline.de.

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