Durch die von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude öffentlich gemachten Äußerungen, dass man im Münchner Osten ein neues Wohngebiet plane, gerät das Vorhaben des Münchner Rennvereins, sein 40 Hektar großes Areal zu verkaufen, in neue Turbulenzen. Obschon die Pläne von Riems Präsident Dr. Norbert Poth vor der Mitgliederversammlung gescheitert waren, hält er unverändert am Verkauf fest, will dies eigenmächtig durchziehen.
Allerdings, durch die Pläne der Stadt, ein neues und großes Wohngebiet im Osten Münchens zu schaffen, ohne dass Spekulanten vorher die Preise in die Höhe treiben können, fürchtet Dr. Poth um den künftigen Wert des Grundstücks.
Gegenüber der Münchner Presse sagte Poth, dass der Schwaiger-Vertrag unverändert Gültigkeit habe. Durch das Votum der Mitglieder habe sich für ihn die Sachlage nicht verändert.
Münchens Oberbürgermeister Christian Ude hatte die sogenannte städtebauliche Entwicklungsmaßnahme der Stadt völlig überraschend publik gemacht.
Einen Zusammenhang mit dem lukrativen Grundstück des Münchner Rennvereins, das mitten in der neuen Entwicklungszone liegt, weist der OB zurück. Was jedoch Walter Zöller, der Planungsexperte der CSU, kaum so glauben mag. Er sieht die plötzliche Hektik der Stadt als Folge der Entwicklung des Münchner Rennvereins an. „Dadurch ist die Stadt hellhörig geworden“, wird Zöller zitiert. Der Stadtrat muss über die Entwicklungsmaßnahme noch beraten.
Vertreter von SPD, Grünen und CSU signalisieren aber prinzipiell Zustimmung. Der neue Rechtsstatus ist an strikte Bedingungen geknüpft. Die Stadt muss nachweisen können, dass sie die Flächen dringend für Wohnungen benötigt.
Insgesamt umfasst das Areal 540 Hektar, eingebettet ist die Grundstücksfläche des Münchner Rennvereins. Es könnten Wohnungen für bis zu 10.000 Menschen errichtet werden. Da die Wohnungsnot in München unverändert erheblich ist, hat man schlagkräftige Argumente auf der Hand.
Interessant ist sicherlich die Tatsache, dass dem Münchner Rennverein ein neues, verbessertes Kaufangebot für sein 40 Hektar großes Grundstück vorliegt. In einer der Süddeutschen Zeitung vorliegenden Offerte orientiert sich Helmut von Finck (Foto), langjähriges Rennvereins-Mitglied sowie Züchter und Besitzer, an dem bereits vorliegenden Vertrag mit Erich Schwaiger, in dem ein Kaufpreis von 64 Millionen Euro festgehalten ist.
Von Finck sagt dem Münchner Rennverein aber eine Beteiligung von 25 Prozent an Nettogewinnen zu, die er aus der Verwertung des Grundstücks zu erzielen hofft. Bei Schwaiger ist keine derartige Beteiligung vorgesehen. Helmut von Finck betonte in seinem Angebot, dass er eine bauliche Entwicklung nur in Abstimmung mit der Stadt München und die Schaffung von sozialverträglichem Wohnraum anstrebe.










