Asterbl?te-Coach Schiergen mit starkem Trio in Hannover

Früher gab es einmal die Derby-Revanche in Hannover. Die wird schon seit einigen Jahren nicht mehr auf der Neuen Bult gelaufen. Stattdessen gibt es in dieser Saison erstmals ein Gruppe III-Rennen über 2000 Meter, das den Dreijährigen vorbehalten ist. Im Grunde ist der Große Preis des Audi Zentrums Hannover, ein mit 55.000 Euro dotiertes Examen, der Nachfolger des Iffezheimer Fürstenberg-Rennens, das es bei der Großen Woche nicht mehr gibt.

Und das Highlight des Sonntagsrenntags an der Leine ist quasi eine Art „Derby-Revanche“, denn drei der acht Starter trafen sich bereits am ersten Juli-Sonntag im „Blauen Band“ auf dem Horner Moor.

Dabei erreichte der Ebbesloher Azamour-Sohn Lindenthaler die beste Platzierung, war als Siebter vor dem hochgehandelten Gereon, der Zehnter wurde, und seinem Trainingsgefährten Theo Danon, der den 15. Platz belegte.

Doch es war nicht nur die Platzierung, sondern auch die Art und Weise, wie Lindenthaler, der in diesem Jahr bereits das Dr. Busch-Memorial gewinnen konnte, in Hamburg lief, die ihn am Sonntag wohl zum Favoriten macht (Zum Langzeitmarkt).

In Hamburg hatte er eingangs zur Zielgeraden einen ganz starken Moment, sah für kurze Zeit brandgefährlich aus. Nun geht er auf einen 400 Meter kürzeren Weg, was sicher nicht verkehrt sein muss, auch wenn sein Trainer glaubt, dass er in Hamburg nicht unbedingt am Stehvermögen gescheitert sein muss, sondern eher der Rennverlauf nicht optimal war.

Gute Chancen müsste auf jeden Fall aber auch Theo Danon anmelden, der sein Debüt für seinen neuen Eigner Guido Schmitt gibt. “Bei seinen letzten beiden Starts waren sicher Boden und Distanz nicht ideal für ihn, nach der zuvor gezeigten Form sollte er ebenfalls gute Chancen haben“, erklärte der Asterblüte-Coach am Donnerstag gegenüber GaloppOnline.de.

Die dritte Starterin, die der Kölner Top-Trainer im Rennen hat, ist Navarra Queen, deren Start am Donnerstag noch nicht einhundertprozentig feststand. Würde sie laufen, wäre sie sicher auch nicht ohne Möglichkeiten, denn immerhin war sie zuletzt Vierte im Preis der Diana. Neben dem Schiergen-Trio verdienen mit Sicherheit Gereon und der Schlenderhaner Sinnerman die meiste Aufmerksamkeit.

Erstgenannter hat die Hoffnungen und Erwartungen, die sein Trainer Christian Zschache in ihn gesetzt hat, in dieser Saison sicher nicht erfüllt, ob man ihm mit dem letzten Start einen Gefallen getan hat, ist auch eher anzuzweifeln.

Für den Next Desert-Sohn sollte die Rückkehr auf die Mitteldistanz sicher von Vorteil sein, allerdings muss sich zeigen, wieviel Substanz ihn die Derby-Kampagne und der letzte Start gekostet haben.

Erstmals sitzt am Sonntag Eugen Frank im Sattel des Hengstes. Sinnerman ist nach drei Starts und zwei Siegen immer noch so etwas wie das „dunkle“ Pferd in diesem Rennen, denn was er genau kann, weiß man noch gar nicht.

In München setzte er sich bei seinem Debüt auf Listenebene leicht gegen die älteren Pferde durch, zuvor hatte er Mighty Mouse keine Chance gelassen, der am Sonntag wieder zu seinen Gegnern zählt und zuletzt das Hamburger Auktionsrennen gewann. Der Ittlinger Aviator und Sundream komplettieren das Starterfeld für die Gruppe III-Prüfung.

Erstgenannter lief in Köln in einem Listenrennen über 2400 Meter stark, machte mit seinem starken Schlussakkord dabei eher den Eindruck eines Leger-Pferdes (er hat auch eine Nennung für den Klassiker), weshalb wir den Rückgang auf die 2000 Meter nicht unbedingt als ideal sehen.

Sundream war im Frühjahr ein Pferd, über das viele sprachen, letztlich konnte er den Weg zum Derby aber nicht zu Ende gehen. Er muss seine diesjährigen Formen sicher steigern.

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