Schlenderhaner Arrigo & Ametrin in der Union Eins/Zwei

Wer will diese dreijährigen Schlenderhaner im Jahr 2011 schlagen? Auch im 176. Oppenheim-Union-Rennen am Montag in Köln waren die Galopper aus dem Stall von Jens Hirschberger in Bergheim nicht zu beeindrucken und bestimmten den wichtigsten Test vor dem Deutschen Derby in fast drei Wochen in Hamburg-Horn.

Ametrin und Filip Minarik setzten eine durchweg flotte Pace an der Spitze und garantierten somit, dass in dem Gruppe-II-Rennen über 2200 Meter und 100.000 Euro am Ende großes Stehvermögen verlangt werden würde.

Dieses bringt Arrigo (Foto), der als erste Schlenderhan-Farbe ins Rennen gegangen war – in jedem Fall mit. Denn Schlenderhans erster Jockey, Adrie de Vries, war lange auf Arrigo im hinteren Drittel des Feldes auszumachen, doch bereits ausgangs des Schlussbogens am Reiten. Der Shirocco-Sohn spielte blendend mit und zog auf der langen Zielgeraden im Weidenpescher Park unnachahmlich an Video ansehen.

Zwar dauerte es einige Zeit, bis der Adlerflug-Bruder auf Touren kam. Doch kurz vor dem Ziel hatte die 30:10-Chance den Stallgefährten eingefangen und behielt knapp die Oberhand gegen einen wie entfesselt aufdrehenden Ametrin, der auch in der Niederlage mehr als überzeugte.

‚Jetzt im Moment würde ich mit fünf Pferden ins Derby gehen‘, sagte ein glücklicher Trainer Jens Hirschberger gegenüber GaloppOnline.de.

Und Adrie de Vries meinte: ‚Das war bewusst heute, Arrigo aus der Reserve zu reiten. Er wurde beim letzten Mal etwas müde nach einem hohen Pensum an der Spitze. Er hat diesmal gezeigt, dass er Riesenspeeed besitzt und mich vollkommen überzeugt.‘

Auch Filip Minarik war voll des Lobes ob der Leistung von Ametrin. ‚Er ist toll gelaufen, hat sich nicht aufgegeben und ist noch einmal wieder gekommen‘, sagte der Jockey unmittelbar im Anschluss an das Rennen.

Etwas hinter der Schlenderhan-Spitze raffte sich der Favorit des Rennens, Gereon (24:10), im Finale noch einmal auf und wurde von Georg Bocskai auf Platz drei geritten, hauchdünn am Ittlinger Saltas mit Andrasch Starke im Sattel vorbei.

Vor allem der Rennverlauf beim Next Desert-Sohn Gereon war mehr als unglücklich. Innen kam Bocskai mit seinem Partner lange nicht auf freie Bahn, konnte insgesamt bestimmt nicht sein wahres Leistungsvermögen abrufen. Vielleicht ist er in drei Wochen in Hamburg mehr mit Fortuna im Bunde.

Als Fünfter verkaufte sich auch Theo Danon (A. Suborics) toll, blieb nur unweit (etwas mehr als eine halbe Länge) von Platz drei entfernt. Auch er könnte als nächstes im Blauen Band von Hamburg-Horn zu sehen sein.

Der Sieger Arrigo musste dem letztlich siebtplatzierten Pferd Ordensritter einen Gewinnausgleich zahlen, da er ihn kurz irritierte.

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