Am Sonntag steht Neuss erstmals in der gerade erst angelaufenen Saison auf dem Kalender, wo man nach einem erschreckend schwachen Nennungsergebnis doch schon um den Renntag bangen musste. Aber man kämpfte ausgesprochen, wie die Karte nun zeigt. Bei den Handicaps verdient vor allem der 1500 Meter-Ausgleich III einen besonderen Hinweis. Denn hier sind einige Top-Spezialisten für Sand und diese Distanz am Ablauf.
Einer der Handicapper des Jahres 2009 war sicherlich Guido Speisers Feelin Irie. Eine sagenhafte Entwicklung machte dieser Walach durch, gewann in der vergangenen Saison sechs Rennen und steht unverändert in einer günstigen Handicap-Klasse. Laura Jana Gabriel nimmt als Reiterin vier Kilo Gewichtserlaubnis herunter, da könnte es Start-Ziel noch einmal klappen.
So richtig Tritt gefasst haben die Schützlinge von Wolfgang Sonntag, der seine Pferde in Neuss vorbereitet. In dieser Prüfung sattelt er zwei Pferde die die vergangenen beiden Renntage mitgeprägt haben. Da wäre zum einen Los Cantos, der nach einem Sehnenschaden vorsichtig aufgebaut wurde und wieder toll Anschluss gefunden hat. Zwei Treffer hintereinander, zuletzt im Finalrennen der Saison 2009, sprechen für ihn.
Am Jahres-Ultimo behauptete sich Redita Corriente, eine von zwei Siegerinnen für den Düsseldorfer Besitzertrainer Heinz Tölle. Patros, ein Gast aus Tschechien, wurde vorerst gestoppt, doch sollte man ihn noch nicht voreilig abschreiben. Isadonna muss eine schwäche Vorstellung aus Frankreich korrigieren.
Noch nicht voll erkannt scheint der England-Import Wiltshire, der ein Engagement ausgelassen hat, doch wurde sein Sieg auf dieser Bahn noch nicht aufgewertet. Acidici ist an einem guten Tag immer gefährlich, während Diacaro früher in ganz anderer Straße zu Hause war.
Ebenfalls um Ausgleich III-Ehren geht es über 1900 Meter. Hier geben sich mit Elkantino und Noblement zwei frische Sieger die Ehre. Aber auch Quick Prinz Poldi, benannt nach dem in Diensten des 1.FC Köln stehenden Fußballnationalspieler Lukas Podolski, verdient einen Hinweis. Vielleicht kann ja er im Gegensatz zu seinem zuletzt recht wenig zielsicheren Namensgeber ein „Tor schießen“, wenn er dieses Rennen gewinnt.
Im Sattel sitzt die junge Katharina Irmer, bester bayerischer Lehrling, die anschließend zu einem mehrwöchigen Irland-Trip aufbricht. Ein absoluter Siegertyp ist Naidoo, der Stolz des Rotering-Stalles, der auf Sand und Gras bestens zurechtkommt.
Rolling Arrogance brachte das Kunststück fertig, an Silvester guter Zweiter zu werden und nur drei Tage später in Dortmund einen Ausgleich III überlegen an seine Fahnen zu heften. Dichte Startfolgen machen ihm offenbar nicht das Geringste aus.
Man sollte sich nicht daran stören, dass er in Dortmund nur drei Gegner zu schlagen hatte, denn die Manier war sehenswert
Einige weitere Handicaps sind noch sehr gut zusammengekommen, man darf mit der Karte sehr zufrieden sein.
Leider kam ein Altersgewichtsrennen mit Löwenherz nicht zustande, die Resonanz war doch zu schwach (5 Kandidaten), doch kann man acht Rennen präsentieren. In einer 2300 Meter-Prüfung kommt mit Classical Song (Foto) der ehemalige holländische Derbysieger an den Start, der zuletzt in Dortmund imponierte.










