Die weite Reise aus Iffezheim sollte sich lohnen: Trainer Horst Steinmetz, der in den vergangenen Monaten nicht immer vom Glück verfolgt, hatte die Auenadler-Tochter Tarragona (Foto) am Sonntag nach Dortmund geschickt. Die Zweijährige bestritt als 52:10-Chance ein 1200 Meter-Rennen und setzte sich mit viel Kampfgeist in Szene.
Der Wechsel auf die kürzere Distanz gegenüber ihrem vierten Rang aus Neuss erwies sich als richtiger Schachzug. Jiri Palik erreichte mit ihr schon in bester Haltung im Vordertreffen die Gerade. Und die permanenten Attacken des aus Hannover angereisten Tenbo wehrte die Lady des Stalles Singapore mit einer dreiviertel Länge ab (Video ansehen).
‚Tarragona war schon in Neuss gut gelaufen. Damals war ihr die Distanz etwas zu weit‘, erklärte Frederic Chedotal aus dem Steinmetz-Team.
Beide Pferde hatten sich zuletzt klar abgesetzt von dem Riesenaußenseiter Trust, während der 16:10-Favorit Piccolo von zweiter Position aus früh ausspannte und als Vierter ziemlich enttäuschte. ‚Ich weiß nicht, was da los war‘, signalisierte dessen Betreuer Christian von der Recke. Kurios die beiden Platzquoten, die mit 50 und 49 sehr hoch ausfielen.
Start-Ziel völlig losgelöst präsentierte sich Angelika Gloddes Touch of Time in einer 1700 Meter-Prüfung, der Dreijährige verabschiedete sich zur Quote von 77:10 unter Bettina Streu mühelos von Ghaayer und Trampolina.
Einen weiteren Favoritensturz erlebte man in einem 1800 Meter-Handicap, als sich die 13:10-Chance Barosch als Dritter früh geschlagen geben musste. Mit viel Speed rauschte Giardini (Manuela Murke/Axel Kleinkorres, 97:10) noch an dem Piloten Kalitas vorbei.
Man darf Pferde nicht voreilig abschreiben, das bewies sich einmal mehr. Denn nach zwei schwachen Leistungen hatten viele Wetter Eckhard Saurens Noblement von ihrem Zettel genommen. Doch im 1800 Meter-Ausgleich III präsentierte sich der Tiger Hill-Sohn wie verwandelt.
Der Schützling von Mario Hofer, der 138:10 am Toto stand, ging viel früher mit als zuletzt und wehrte von zweiter Stelle auch die Angriffe von Little Millenium und Leu ab, während die Favoritin Big Laguna vorne früh unter Druck war und im Einlauf weichen musste. Najade wurde nach dem Start reiterlos, doch lief alles glimpflich ab für Jockey Alexander Pietsch. Andreas Helfenbein kam zu seinem zweiten Tagessieg, ehe er mit Sabine Wild (siehe anderer Text) nachlegte.
‚Beim letzten Mal musste Noblement viel Dreck schlucken, heute war er viel früher dabei‘, verriet Cay Bonhoff in Vertretung von Mario Hofer, der erneut an der Hüfte operiert wurde.
In der Wettchance des Tages gab es ebenfalls eine faustdicke Überraschung. Denn mit Sabrina Schwinns Site Sentry (Caroline Fuchs, 183:10) war kaum zu rechnen. Doch er hielt den Favoriten Fabregas, Vesuv und Noble War auf Distanz. Die Viererwette bezahlte 26.131:10 Euro.
Ausgezeichnet war der Umsatz mit 240.000 Euro in den neun Rennen. Weitere Infos dazu am Montag.









