Das Duell der deutschen St. Leger-Sieger in Longchamp

St.Leger-Sieger dürfen sie sich beide schon nennen. Hans Blumes Sassoaloro (Foto) gewann vor drei Wochen überzeugend in Dortmund den Klassiker, der Monsun-Sohn Schiaparelli, längst zur Godolphin-Flotte gehörend, machte es ihm vor drei Jahren in dem gleichen Rennen vor. Nun treffen beide im französischen St.Leger, dem Prix Royal Oak aufeinander.

Die vorletzte Gruppe I-Prüfung der französischen Rennsaison führt über weite 3100 Meter und ist mit 250.000 Euro dotiert. Hans Blume konnte für Sassoaloro Dominique Boeuf verpflichten, Schiaparelli, der noch vor acht Tagen den Gran Premio del Jockey Club e Coppa d‘Oro in Mailand gewann, wird natürlich erneut von Frankie Dettori geritten. Der Monsun-Sohn greift nach seinem sechsten Gruppe I-Treffer.

Doch es sind starke Konkurrenten unter den insgesamt zehn Pferden, die am Donnerstag bei der Vorstarterangabe stehengeblieben sind. Zu diesen zählt auch der von Marcus Tregoning trainierte, und aus Zoppenbroicher Zucht stammende Askar Tau. Der Montjeu-Sohn gewann in dieser Saison den Lonsdale Cup und den Doncaster Cup auf Gruppe II-Ebene. Bei seinem ersten Frankreichstart belegte er im Prix du Cadran am Arc-Wochenende den fünften Platz.

Einen Rang vor ihm blieb dabei Pouvoir Absolu, ein Klassesteher aus dem Stall Wildenstein, der natürlich auch am Sonntag wieder von Anthony Crastus geritten wird. Das Gestüt Ammerland ist mit der von Henry Cecil vorbereiteten Vierjährigen Sevenna vertreten. Die insgesamt noch wenig gelaufene Stute war bei ihrem ersten Versuch auf Gruppe-Parkett in den Lillie Langtry Stakes in York (Gr.III) auf Anhieb erfolgreich, muss nun aber unter Christophe Soumillon einen weiteren Sprung bewältigen.

Zu den Favoriten wird sicher der Aga Khan-Wallach Manighar zählen. Bei sieben Starts war der Schützling von Alain de Royer-Dupre sechsmal erfolgreich. Lediglich im Prix de Lutece (Gr.III) musste er Wajir vor sich dulden. Anschließend gewann er in Longchamp den Prix Chaudenay (Gr.II). Neben Schiaparelli, Askar Tau und Sevenna kommt in Form von Ask (Michael Stoute/Ryan Moore), Clowance (Roger Charlton/Kieren Fallon) und The Miniver Rose (Richard Hannon/Pat Dobbs) weiteres schweres Geschütz von der britischen Insel.

Ask darf ohne weiteres als einer der besten europäischen Steher bezeichnet werden. Der Sieg im Coronation Cup über den dreimaligen Arc-Zweiten Youmzain und der dritte Platz in den King George VI Stakes hinter Conduit und Tartan Bearer dürften Beweis genug sein. Allerdings ist er seit August nicht mehr gelaufen und tritt erstmals auf einer derartigen Distanz an. Clowance, deren Mutter Freni eine Sternkönig-Tochter ist, die bei Andreas Wöhler im Training war, war schon im Irish St.Leger als Zweite vor Schiaparelli. Sie dürfte also erneut mit guten Chancen unterwegs sein.

The Miniver Rose hat gerade die Park Hill Stakes (Gr.II) in Doncaster gewonnen. Sie war zuvor Fünfte in den Epsom Oaks. Nur als Außenseiter geht Green Tango (Trainer Philip van de Poele) ins Rennen, der eventuell auch eine andere Startoption wahrnehmen könnte. Ein echtes Hammerfeld also und eine sehr schwere Aufgabe für Sassoaloro, der in diesem Toprennen sicher nur Außenseiter sein wird.

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