Der Walther J. Jacobs-Stutenpreis, eine mit 50.000 Euro dotierte Prüfung der Gruppe III über 2200 Meter am Sonntag in Bremen, hat eine vorzügliche Besetzung gefunden. Drei Dreijährige treffen auf neun ältere Ladies. Eine der prominentesten Kandidatinnen ist sicherlich die von Horst Steinmetz trainierte Night of Magic (Foto), die Gewinnerin der Oaks d´Italia.
Nun wurde als Jockey der aufstrebende Stephen Hellyn engagiert. Am Sonntag hofft man nun auf andere Bahnverhältnisse als zuletzt in Frankreich.
Von den deutschen Dreijährigen muss Night of Magic in erster Linie Serienhoehe fürchten. Die von Peter Schiergen trainierte Wittekindshoferin avancierte schon zweijährig zur Gruppesiegerin, als sie die Maurice Lacroix-Trophy in Baden-Baden an ihre Fahnen heftete. In Bremen entschied die High Chaparral-Tochter 2009 das swb Derby-Trial für sich und blieb dabei unter anderem vor dem heiß favorisierten Sordino, der später Zweiter im Blauen Band wurde.
Auch die Vorstellung im Henkel Preis der Diana war ausgezeichnet, Rang vier konnte sich sehen lassen. Allerdings fand sie nicht das Vertrauen des Stalljockeys, für sie wurde nun der Night Magic-Diana-Siegreiter Karoly Kerekes gebucht.
Die Ittlingerin So Pretty muss dagegen schon deutlich mehr zeigen als in einem Mailänder Listenrennen, doch gerade in Stutenrennen ist man vor Überraschungen selten gefeit.
Trainer Jens Hirschberger gelingt aktuell alles. In Bremen vertraut er auf Georg Baron von Ullmanns Guantana (Stephen Hellyn). Als „Warm-up“ einen Tag vor dem Triumph mit Wiener Walzer im Blauen Band stürmte die von Dynaformer stammende Stute im Siemens-Rennen -Hanshin-Cup, einem großartig besetzten Listenrennen, den Konkurrentinen aus schier aussichtsloser Position davon.
Einige Kontrahentinnen zogen schon in Hamburg gegen Guantana den Kürzeren. Am besten schlug sich noch Stall Blankeneses La Bamba aus dem Stall von Andreas Wöhler, die nach zwei Ehrenplätzen nun einen Volltreffer verdient hätte. In Horn blieb sie knapp vor Andreas Trybuhls Daveron, die in Iffezheim hauchdünn vor ihr eingekommen war. Auch mit dem Gast aus Köln ist stark zu rechnen.
Stella di Quattro und Lunduv sowie Dawn Dew blieben in Hamburg dagegen blass, doch kündigte sich die Ostmann-Stute in Frankreich wieder deutlich an, während Dawn Dew gerade ein gut ausgesuchtes Altersgewichtsrennen in Hannover an sich brachte.
Auch die Fährhoferin Goathemala spielte in dem mehrfach angesprochenen Rennen auf der Derby-Bahn keine Rolle, aber man darf davon ausgehen, dass sie von dem Rennen profitiert haben sollte. Immerhin landete sie in Bremen vor einem Jahr hier auf dem Ehrenplatz, war als Favoritin nur knapp hinter Ashantee, aber vor Dawn Dew.Interessanterweise entschied sich Stalljockey Andrasch Starke für Goathemala, die die Farben des Sponsors trägt, und u.a. gegen Serienhoehe, die eigentlich die aktuell bessere Form hat.
Das Salz in der Suppe ist ein Gast aus England. Mark Johnston, ein besonders reisefreudiger Coach, schickt Lady Jane Digby, die 2009 bereits neun Starts absolvierte, aber nichts von ihrem Enthusiasmus eingebüßt hat, wie ihr imponierender Fünf-Längen-Listen-Sieg aus Newcastle beweist. Im Sattel sitzt Greg Fairley, der am Johnston-Stall beschäftigt ist. Ein tolles, ausgesprochen offenes Stuten-Rennen!











