Wiener Walzer springt f?r den Favoriten Suestado ein

Das IDEE 140. Deutsche Derby ging wie erwartet in den Bergheimer Stall von Trainer Jens Hirschberger. Doch es war nicht der 39:10-Favorit Suestado, der am Sonntag in Hamburg-Horn zum Derby-Triumphator aufstieg, sondern sein Trainingsgefährte Wiener Walzer, der unter Jockey Fredrik Johansson zum Sieg im ‚Rennen der Rennen‘ stürmte!

Nach 2 Minuten und 29,6 Sekunden hatte der Dynaformer-Sohn des Gestüts Schlenderhan, der als zweiter Favorit angetreten war (46:10) eineinviertel Länge Vorsprung vor Sordino, hinter dem die beiden noch sieglosen Toughness Danon und Eliot dichtauf waren. Fünfter wurde Quo Dubai vor Ordenstreuer (Video ansehen).

Und Suesatdo? Der war schon früh kein Siegkandidat mehr und blieb deutlich unter Form. ‚Er hing schon im Schlussbogen nach außen‘, so Jockey Adrie de Vries. ‚Ihm hat heute irgendetwas weh getan, wir werden ihn untersuchen um festzustellen, was es war‘, so Trainer Jens Hirschberger, der mit Winer Walzer jedoch einen erstklassigen Ersatz für Suestado hatte.

‚Beide Pferde hatten gut gearbeitet, wir sind froh, dass es Wiener Walzer geschafft hatte. Man kann ihn mit Adlerflug noch nicht vergleichen, aber er ist ein sehr gutes Pferd‘, so Hirschberger weiter.

Für Fredrik Johansson, der bereits 2007 mit der zweiten Schlenderhaner Farbe Adlerflug erfolgreich gewesen war, muss es sich angefühlt haben wie ein Märchen.

‚Ich komme nur ab und zu für ein paar Ritte nach Deutschland, die Leute vom Gestüt Schlenderhan sind sehr nett zu mir. Ich denke, dass Adlerflug im Derby schon weiter war, als Wiener Walzer, aber Wiener Walzer ist ein Pferd, das sich noch steigern kann, denn er lief noch sehr grün‘, so der Schwede.

„Ein großer Erfolg, der meiner Mutter gewidmet ist“, sagte ein emotionaler Besitzer Georg Baron von Ullmann, dessen Mutter Karin, Gestütsherrin von Schlenderhan, am Pfingstsonntag im Alter von 87 Jahren gestorben war, „ich bin sicher, sie schaut von oben zu.“

Kurios: Beim vierten Versuch eines Pferdes mit dem Namen ‚Wiener Walzer‘ gab es nun den ersten Sieg. 1936 wurde Wiener Walzer Siebter, 1960 Dritter und 1987 Siebzehnter.

Hinter dem Sieger kämpften die Außenseiter um die Plätze. Dabei hatte der gut endende Samum-Sohn Sordino knapp gegen den Tiger Hill-Sohn Toughness Danon und Eliot die Oberhand. Alle drei waren nur durch je einen Hals getrennt.

‚Er ist super gelaufen, leider musste er immer außen herum. Bolivia war dagegen nie im Rennen, hatte in der Startphase kein Glück‘, so Waldemar Hickst über seine Starter.

Zufrieden war auch Andreas Wöhler. ‚Wir hatten schon Mumm, denn Toughness Danon war ja immer nur von guten Pferden geschlagen worden‘, so der Ravensberger Coach über den vom Gestüt Fährhof gezogenen Hengst.

Peter Schiergen nahm die Niederlage seiner Pferde sportlich. ‚Sie waren heute einfach nicht gut genug. Das beste Pferd hat verdient gewonnen‘, so der Asterblüte-Coach über den Starke-Ritt Saphir (wurde Siebter) und Panyu (Siebzehnter).

Mit einem Wettumsatz von 472.967,50 Euro lag man am Ende minimal unter der Marke des Vorjahres.

140. Deutsches Derby – So kamen sie ein:
1. Wiener Walzer
2. Sordino
3. Toughness Danon
4. Eliot
5. Quo Dubai
6. Ordenstreuer
7. Saphir
8. Frantic Storm
9. Egon
10. Hansom
11. Oriental Lion
12. Glad Panther
13. Bolivia
14. Suestado
15. Marlow
16. Double Handful
17. Panyu

Richterspruch: sicher 1 ¼, Hals, Hals
Odds:: Sieg: 46, Platz: 24,82,43, Zweier: 1.704, Dreier: 31.474
Zeit: 2:29,56 Min

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