Es ist mittlerweile bereits Tradition, dass sich während der International Races im Dezember in Hong Kong die Handicapper der wichtigsten Rennsportnationen der Welt zusammenfinden, um darüber zu diskutieren, wer die besten Pferde der Welt sind.
Früher unter dem Namen „International Classification“, bis im letzten Jahr unter dem Titel „World Thoroughbred Racehorse Rankings“, hat man nun unter dem Begriff World Thoroughbred Rankings (WTR) eine Tabelle erstellt, in der die schnellsten Galopper der Welt auf den verschiedensten Distanzen aufgelistet sind.
Mit dem von Pavel Vovcenko für den Stall 5-Stars trainierten Arc-Dritten It’s Gino (Foto) taucht dabei ein in Deutschland trainiertes Pferd ganz weit vorne auf. Mit einem Rating von 124 liegt er bei den älteren Pferden weltweit auf dem fünften Platz, vor ihm liegen mit Curlin, Duke of Marmalade, dem zweimaligen Arc-Zweiten Youmzain und der Us-Klassestute Zenyatta nur absolute Weltklasse-Pferde. Ein großer Erfolg also, auf den Pavel Vovcenko mächtig stolz sein kann.
Nimmt man alle Pferde, dreijährige und ältere zusammen, so teilen sich der Dubai World Cup-Sieger Curlin und der englische Derbysieger New Approach den Titel des besten Pferdes der Welt.
Beide bekamen eine Einschätzung von 130. Damit wurde Curlin geringfügig höher eingestuft als vor zwölf Monaten, als er eine Marke von 129 bekam. Sein Sieg in Nad Al Sheba und auch der Erfolg im Stephen Foster Handicap auf den Churchill Downs, wurden von den Ausgleichern als die besten Leistungen eines älteren Pferdes im letzten Jahr angesehen.
New Approach bekam seine Einschätzung vor allem durch seinen 6 Längen-Sieg bei seinem letzten Karrierestart in den Champion Stakes von Newmarket. Doch zu den Dreijährigen kommen wir später, bleiben wir zunächst bei den älteren Pferden.
Bester Europäer in dieser Klasse ist nicht unerwartet der von Aidan O’Brien trainierte Duke of Marmalade (127) geworden, was nach fünf Gruppe I-Siegen sicher berechtigt ist. Als seine Top-Leistung sahen die „Kilo-Götter“ den 4 Längen-Sieg über Phoenix Tower in den Prince of Wales’s Stakes während Royal Ascot an. Nur unwesentlich weniger wert war sein Erfolg über Papal Bull in den King George VI & Queen Elizabeth Stakes auf der gleichen Bahn.
Platz drei unter den älteren Pferden belegt der auch bei uns bestens bekannte Youmzain. Als Zweiter zu der Ausnahmestute Zarkava hat er sich seine Einschätzung von 125 redlich verdient. Beste ältere Stute der Welt ist John Shirreffs Zenyatta, die Siegerin im Breeders‘ Cup Ladies Classic, die bei neun Starts noch ungeschlagen ist.
Mit dem bereits erwähnten Papal Bull, Andreas Schütz‘ Super-Meiler Good Ba Ba und Soldier of Fortune, mit dem er sich im schon im Prix de l’Arc de Triomphe den dritten Platz hatte teilen müssen, liegt der Perugino-Sohn It’s Gino gemeinsam auf dem fünften Platz, was für die Rennsportnation Deutschland sicher ein großer Erfolg ist.
In der erweiterten Spitzengruppe findet man als zweitbestes deutsches Pferd den Schlenderhaner Adlerflug (121), der mit der gleichen Einschätzung wie Georg Baron von Ullmanns Getaway auf Position 21 zu finden ist. Ein Rating von 119 bekamen Quijano und Saddex, die bereits im Vorjahr genau gleichstark eingeschätzt worden waren. Auch Rupert Plerschs Linngari, der mittlerweile in die Zucht gewechselt ist, wurde mit 119 eingestuft.
Oriental Tiger (116), Egerton (115), Poseidon Adventure (114) Estejo, Fair Breeze, Prince Flori (alle 113), Forthe Millionkiss, König Turf (beide 112), Caudillo, Wiesenpfad (beide 111), Abbadjinn, Axxos, Dickens, Sommertag und Zaungast (alle 110), sind die weiteren in Deutschland trainierten Pferde, die man unter den besten 350 älteren Galoppern auf der Welt findet.










