Classic-Schlappe f?r Amis! Raven’s Pass entthront Curlin

Normalerweise ist der Breeders‘ Cup Classic, das mit 5 Millionen Dollar dotierte 2000 Meter-Gruppe I-Rennen auf der Sandbahn, eine Domäne der amerikanischen Pferde. Doch an einem sensationellen Breeders‘ Cup-Abend für die europäischen Pferde mussten die Amis selbst im wichtigsten Rennen des Abends eine Niederlage hinnehmen. Und was für eine!

Denn der Vorjahressieger des Rennens und absolute Superstaar des amerikanischen Turfs, der von Steve Asmussen trainierte Curlin, kam nur als Vierter ins Ziel. Und zwei europäische Pferde belegten die ersten beiden Plätze.

Der Sieg ging an den von John Gosden trainierten Dreijährigen Raven’s Pass, der unter Frankie Dettori als unterschätzter 145:10-Außenseiter gegen den von Aidan O’Brien trainierten Henrythenavigator und Tiago, den besten Amerikaner, gewann.

Damit gab es auf den ersten beiden Plätzen den selben Einlauf wie in den Queen Elizabeth Stakes Ende September in Ascot. Kurios; zweimal, in den St.James’s Palace Stakes und den Sussex Stakes, lautete der Einlauf Henrythenavigator vor Raven’s Pass.

Doch das waren allesamt Meilenrennen. Für beide Dreijährige ging es im ‚Classic‘ erstmals über die 2000 Meter-Distanz, doch das war für beide kein Problem. Eigentlich hatte man auch erwartet, dass Raven’s Pass in der ‚Mile‘ laufen würde, doch Trainer John Gosden hatte seinem Crack auch die 2000 Meter-Distanz zugetraut.

Es war ein wahrhaft packendes Rennen. Unterwegs hatte der Sieger an neunter/zehnter Stelle gelegen, Frankie Dettori lag immer in Lauerstellung hinter Curlin, der unterwegs auf dem achten Platz auszumachen war.

Im Schlussbogen ging ein Raunen durch das Publikum, als Robby Albarado mit Curlin an der Außenseite auf einen Rush Platz um Platz verbesserte, um früh in der Zielgeraden schon die Spitze zu übernehmen.

Doch in seinem Sog war auch Frankie Dettori mit Raven’s Pass aufgerückt und dessen Schwung war wesentlich größer und effektiver als der von Curlin. Leicht löste sich Raven’s Pass, dessen Besitzerin, Prinzessin Haya von Jordanien nicht vor Ort war, von dem Gegner und kam auch durch den an der Innenseite gut endenden Henrythenavigator und Tiago nicht in Gefahr, der kurz vor dem Ziel auch noch am nachlassenden Curlin vorbeikam.

Für Frankie Dettori, der überschäumend vor Freude gleich nach dem Ziel seine Peitsche in die Luft warf, war es ein historischer Sieg. Genau vor zehn Jahren hatte der Godolphin-Jockey exakt nach diesem Rennen, das damals auf den Churchill Downs gelaufen wurde, nach dem Ritt auf Swain (wurde Dritter) schwer in der Kritik gestanden.

Ohne Möglichkeiten war der zweite O’Brien-Starter Duke of Marmalade, der sich nach einem Rennen aus der Spitzengruppe in der Zielgeraden nicht mehr steigern konnte.

Dennoch war es ein gigantischer Abend für das Team Europa, denn nicht nur die beiden wichtigsten, sondern insgesamt fünf der neun Rennen gingen auf den alten Kontinent.

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