Für gute Arbeit im Job wird man bezahlt. Für unermüdlichen Einsatz über die Arbeitsaufgaben hinaus und in besonders schwierigen Situationen wird man geehrt. Da hat es vor wenigen Tagen einen Mann „getroffen“, der sich für den Rennsport in Hoppegarten wie kaum ein anderer eingesetzt hat.
Artur Boehlke, seit 60 Jahren eng mit der einstigen deutschen Trainingszentrale verbunden, erhielt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Es war ein denkwürdiger, emotionaler Tag in Potsdam für den langjährigen Geschäftsführer des Rennveranstalters auf der Parkbahn.
Die Überraschung war gelungen. Und alle Eingeweihten hatten „dicht“ gehalten mit ihrem Wissen um jenen Tag im September, an dem Artur Boehlke für sein Lebenswerk auf besondere Weise geehrt wurde. „Als ich von der Staatskanzlei des Landes Brandenburg gefragt wurde, ob ich die Auszeichnung annehmen würde, war ich einige Augenblicke sprachlos,“ erinnert sich der gelernte Bankkaufmann, „damit hatte ich in keiner Weise gerechnet.“
Aus der Hand des Chefs der Staatskanzlei, Staatssekretär Clemens Appel, nahm das Hoppegartener „Urgestein“ den Verdienstorden in Empfang, der vom Bundespräsidenten Horst Köhler verliehen worden war. Zum zweiten Male innerhalb kürzester Zeit musste der Neffe des zu den besten deutschen Jockeys zählenden Birkhahn-Reiters Erich Boehlke viele Hände schütteln.
Denn exakt acht Tage vor der hohen Ehrung in Potsdam hatte Artur Boehlke seinen 70. Geburtstag gefeiert. Und dass dieser genau auf einen erfolgreichen Renntag in Hoppegarten fiel, darf als glückliche Fügung gesehen werden.
Schließlich wäre ohne das unendliche, weit über den normalen Job hinausgehende Engagement Boehlkes vieles in Hoppegarten anders verlaufen. Vor allem in jener für die Rennbahn schicksalhaften Zeit von August 2005 bis zu deren Verkauf im März 2008 an den einstigen Fondmanager Gerhard Schöningh. Da verbrachte Boehlke mehr Zeit in seinem Rennbahn-Arbeitszimmer als zu Hause. Staatssekretär Appel machte das in seiner Laudatio deutlich: „Sie sind, das kann man ohne Übertreibung sagen, die Seele von Hoppegarten. Sie haben sich weit über das normale Maß hinaus, beruflich und ehrenamtlich, für den Erfolg und den Erhalt dieser einmaligen Anlage in Hoppegarten eingesetzt.“
Artur Boehlke kennt wie kaum ein anderer die zahlreichen Arbeitsgänge, die für die Vorbereitung eines erfolgreichen Renntages notwendig sind. Denn er hat selbst alle wichtigen beruflichen Stationen in Hoppegarten durchschritten – vom zehnjährigen Botenjungen mit austragen der Totalisator-Zettel bis zum Direktor und Geschäftsführer. Darüber hinaus ist er in seinem nur wenige Meter von der Rennbahn entfernten Heimatort Neuenhagen Vorsitzender der Gemeindevertretung. Staatssekretär Appel in seinem Schlusswort:
„Hoppegarten ist durch die traditionsreiche Galopprennbahn, die als Kulturgut des Landes unter Denkmalschutz steht, in Deutschland und Europa nicht nur für die Liebhaber des Pferdesportes ein Begriff. Dass der Mythos Hoppegarten bis heute trägt, ist vor allem auch ihr Verdienst.“










