Es gibt Zweijährigen-Rennen, die schaut man sich genauer an. Natürlich die Siegerrennen, doch auch in dieser Sparte gibt es unterschiedliche Wertigkeiten. Wie die Historie nun mal zeigt. Zu den wirklich hoch anzusiedelnden Zweijährigen-Prüfungen zählt der Düsseldorfer Junioren-Preis, viele Jahre von ARAG gesponsert. Aus welchem Grund auch immer, diese später zum Listenrennen aufgestiegene Prüfung war die Geburtsstätte zahlreicher großer Stars.
Auch spätere Derby-Sieger hatten auf dem Grafenberg im so bezeichnenden Rennen mit dem Namen Junioren-Preis ihren ersten großen Auftritt. Beginnen wir nach dem Zweiten Weltkrieg, als Gestüt Astas Kilometer gewann und unter Hein Bollow ein Jahr darauf in Hamburg zum Derby-Sieger aufstieg. Auch die große Thila, berühmt als erster „Galopper des Jahres“ im deutschen Turf, siegte im Junioren-Preis.
Gestüt Schlenderhans bis zum Derby-Sieg stets unterschätzter Alpenkönig gewann den Junioren-Preis unter Fritz Drechsler, der im legendären Derby Lombard die Treue gehalten hatte. Kondor setzte sich unter Peter Remmert als noch siegloses Pferd auf dem Grafenberg durch, im Derby scheiterte er als Favorit, stieg aber zum Preis von Europa-Sieger auf.
Zu Beginn der Neunziger Jahre wurde der Junioren-Preis zur Geburtsstätte von drei späteren Pferden, die ebenfalls den deutschen Turf entscheidend mitprägten. 1990 setzte sich Gestüt Fährhofs Lomitas durch, ein Jahr später gewann Stall Steigenbergers Platini. Beide gingen jeweils als heiße Favoriten ins Deutsche Derby, doch es konnte weder Platini den Elfmeter auf dem Horner Moor verwandeln, wie auch Lomitas am Riesenaußenseiter Temporal scheiterte. Besser machte es der Ittlinger Lando.
Der Junioren-Preis-Sieger von 1992 scheiterte auf dem Weg zum Deutschen Derby ein ums andere Mal, war am Derby-Tag längst vergessen, als er unter Andrzej Tylicki am ersten Juli-Sonntag das Derby-Feld von hinten aufrollte und als Sensationssieger hervorging. Später gewann Lando den Japan Cup als bislang einziges deutsches Pferd.
Als Baron Ullmanns Sumitas 1998 im Junioren-Preis siegte, stieg er auch schnell zum Derby-Favoriten auf, wie ein Jahr später Lacantun. Während Lacantun die Erawrtungen nicht erfüllen konnte, entwickelte sich Sumitas zum Gruppe-I-Pferd, ohne allerdings einen Treffer auf diesem Parkett landen zu können. Etliche zweite Plätze – unter anderem zu Superstar Dubai Millennium – reihten sich auf dieser Ebene bei dem Lomitas-Sohn an.
Der letzte ganz große Sieger des Junioren-Preises ist Soldier Hollow (Foto), der 2002 unter Lennart Hammer-Hansen gewann. Gestüt Park Wiedingens vierfacher Gruppe-Sieger wird im kommenden Jahr im Gestüt Röttgen seine Stallionlaufbahn beginnen. Und wenn man Idealist, der später auch zum Gruppe-Sieger aufstieg und vor drei Jahren den Junioren-Preis als Debütant gewann, eigentlich nur am Rande erwähnt, dann unterstreicht dies die große Bedeutung, die der Düsseldorfer Junioren-Preis besitzt. Also, Augen auf am Sonntag!












