In den neunziger Jahren war er gerne, oft und auch erfolgreich mit seinen Pferden in Deutschland zu Gast. Vor allem mit Vollblütern der Königin von England. Ob Starlet, Sharp Prod oder Enharmonic, sie alle gewannen auf Gruppe-Ebene in Frankfurt, Hamburg oder Baden-Baden. Vor einigen Jahren zog Lord William Huntingdon die Reißleine: „Die Kostenrechnung stimmt nicht mehr“, so sein kurzes Fazit und beendete seine Trainerkarriere.
Und plötzlich tauchte der Name Lord Huntigdon als Besitzer auf. Nicht in England, sondern in Frankreich, wo er die Stute Salute the Sun bei dem jungen Spanier Luis Urbano-Grajales trainieren lässt. Eine durchaus erfolgreiche Adresse, wie die aktuelle Statistik belegt. Nun schickt er eine vierjährige Stute zum Grafenberg, sie soll im Großen Preis der Stadtsparkasse Düsseldorf zum „Black Type-Pferd“ aufsteigen.
Ein Unterfangen, das bestimmt nicht aus der Welt ist. Die vierjährige Fly to the Stars-Tochter schnappte sich im Juni ein hochdotiertes Handicap in Chantilly und schlug dabei mit sieben Pfund mehr im Sattel den Hofer-Schützling Maturus Ardor, der ein GAG um die 80 Kilo besitzt.
Auf Listen-Ebene war Salute the Sun anschließend in Chantilly als Fünfte nicht weit geschlagen, als die deutschen Gäste Arc de Triomphe und Sacho eins-zwei waren. Zuletzt ging es stets über extrem kurze Wege, doch hat Salute the Sun auch schon über 1400 Meter, die am Sonntag gefordert werden, gewonnen. Im Sattel des Urbano-Grajales-Schützlinges sitzt Jean-Pierre Carvalho.
Bereits den Listensieg in der Tasche hat Gestüt Röttgens Desabina. Und dass die dreijährige Big Shuffle-Tochter unter „Kati“ Werning ins Rennen geht, hat einen triftigen Grund: Sie saß auch im Sattel, als Desabina (Foto) in der Niederräder Listenprüfung nach einem Rennen von der Spitze aus zum Zuge kam.
Nach dem guten Hamburger Eindruck lässt man bei Praia die Scheuklappen drauf. Die Fährhoferin besaß zwar gegen Bahama Mama keine Möglichkeiten, blieb aber vor Fairyland und Chantra, die nun die Revanche suchen. Stark angekündigt hat sich in München Jalta, die man nun nicht mehr vernachlässigen sollte.
Bordeaux, am Platz von Ertürk Kurdu für den Stall Grafenberg trainiert, komplettiert das Siebenerfeld dieses Dreißigtausenders, der im Mittelpunkt einer neun Rennen umfassenden Karte auf dem Grafenberg steht.
In Bestform besitzt er sogar Gruppe-Format: Mharadono (Foto, Carina Fey) aus dem Stall des Leipzigers Peter Hirschberger, findet am Sonntag in Halle eine maßgeschneiderte Aufgabe vor. In einem mit 3400 Euro ausgestatteten Altersgewichtsrennen über 1350 Meter bekommt es der Hengst mit vier Konkurrenten zu tun, von denen kurioserweise drei aus dem Stall der Lokalmatadorin Angelika Glodde kommen.
Allen voran der gute Signum (Jiri Palik), der sogar einen Mharadono schlagen könnte. Acht Rennen umfasst die Karte auf den Passendorfer Wiesen.












