Noch am Mittwochmorgen mussten die Kölner Turffreunde bangen. Ganze fünf Kandidaten standen im Aufgebot des Rheinland-Pokals der Sparkasse KölnBonn. Es sah zunächst nicht günstig aus für das mit 155.000 Euro ausgestattete Gruppe I-Rennen in Köln, das in der Tradition des Aral-Pokals (früher in Gelsenkirchen) steht.
Doch im Sekretariat des Renn-Vereins kämpfte man um die Besetzung, wollte unbedingt einen zugkräftigen Kandidaten aus dem Ausland noch bekommen. Die Drähte liefen heiß, und plötzlich herrschte Jubelstimmung bei den Verantwortlichen. Der Stall Godolphin gab grünes Licht für einen Auftritt des fünfjährigen Hengstes Laverock im Weidenpescher Park. Obwohl der aktuell Viertplatzierte der King George eigentlich schon gestrichen war.
„Wir hoffen auf weichen Boden. Zu fest sollte es für Laverock nicht sein“, heißt es aus dem Team der blauen Flotte, die inzwischen wieder besser in Form kommt und durch spektakuläre Einkäufe Sheikh Mohammeds weltweit für Aufsehen sorgt.
Angesichts der heftigen Regenfälle zum Ende der Woche auch in der Domstadt (passend zum Renntag am Sonntag soll es wieder besser werden) dürften die Bedingungen passen für den Octagonal-Sohn, der als einer der Runner-ups des Fährhofers Quijano im Winter in Dubai sowie Zweitplatzierte aus dem letztjährigen Großen Dallmayr-Preis in München auch den hiesigen Fans ein Begriff ist.
Die Attraktion dürfte aber nicht allein der Auftritt des Pferdes sein, sondern auch der Jockey: Denn Auftritte von Lanfranco Dettori (Foto) sind hierzulande rar geworden. Sein letzter Einsatz datiert vom Großen Preis von Baden 2005, als er mit Cherry Mix Fünfter wurde. Sein Jump nach einem Sieg ist fast schon legendär und scheint für Sonntag alles andere als unwahrscheinlich.
Doch das heimische Quartett braucht sich gewiss nicht zu verstecken. Saddex (Torsten Mundry) aus dem Stall von Peter Rau und der von Hans-Albert Blume vorbereitete Bussoni (erstmals mit Andreas Helfenbein) sind zwei der am meisten gesteigerten Pferde der vergangenen Monate bei uns. Während Saddex im Grand Prix de Chantilly enorm viel Eindruck machte, begeisterte Bussoni mit seiner ungeheuren Kampfkraft im Prix Maurice de Nieuil in Longchamp. Beide Frankreich-Siege besaßen Gruppe II-Status.
Mit Egerton (nun unter Eduardo Pedroza) schickt Peter Rau noch einen zweiten Crack ins Rennen, der mehr kann als er beim fünften Platz im Düsseldorfer Deutschlandpreis zeigte und auch auf schon etwas weiter Distanz von 2400 Metern schon profiliert ist.
Auf dem Grafenberg war auch Oriental Tiger als Sechster unter Wert geschlagen, denn durch Pullen vergab der Auenqueller bessere Chancen. Nun steigt erstmals Adrie de Vries in den Sattel des von Uwe Ostmann trainierten Hengstes.
Einziger Dreijähriger ist der Ittlinger First Stream (Andreas Suborics), der im Deutschlandpreis vor Egerton und Oriental Tiger einkam, aishc als Dritter teuer verkaufte.
Natürlich ist auch das Rahmenprogramm dem Großereignis angemessen. Im BBAG Auktionsrennen kämpfen versprechende Zweijährige, wie der in Hamburg erfolgreiche Something Stupid, um viel Geld. Auch der Ausgleich I kann sich sehen lassen. In der „Wettchance des Tages“ (fünftes der insgesamt zehn Rennen) lockt eine Garantie-Auszahlung in Höhe von 30.000 Euro.












