Der Hamburger Renn-Club wollte es genau wissen: Am Donnerstag wurde vom Deutschen Wetterdienst eine exakte Vorhersage für die nächsten Tage angefordert. Und in der Bernhard- Nocht-Strasse, dem Hamburger Sitz des Wetterdienstes, erstellte man eine Prognose für den Stadtteil Horn. Das Fazit: Zum Wochenende bricht zwar nicht gerade der Sommer aus, aber die Welt geht auch nicht unter. „Am Sonntag ist es zunächst heiter bis wolkig und trocken“, heißt es. Mit Regen ist erst „zum Abend“ zu rechnen. Wie schön.
Denn wenn die Wetterforscher einmal Recht behalten sollten, dann kann das Programm in Horn am Wochenende wie geplant über die Bühne gehen. Am Donnerstag war es herbstlich kühl auf der Rennbahn, windig, aber weitgehend trocken. Malte Roschen, der Mann, der für das Geläuf zuständig ist, arbeitete mit seinem Team rund um die Uhr, die Situation entspannte sich von Stunde zu Stunde, kurz kam sogar die Sonne heraus.
Doch ist und bleibt es ein Derby, das mit vielen Fragzeichen versehen ist. Ein Rennen, das ohnehin schon bei trockener Bahn äußerst offen gewesen wäre, ist jetzt noch schwieriger zu wetten. Zumal im Vorfeld nicht einmal klar ist, wer denn nun läuft.
„Meine Besitzer rufen mich alle fünf Minuten an“, sagt Trainer Peter Schiergen, „doch können wir doch frühestens Samstag irgendwelche Entscheidungen treffen.“
Ähnliches ist auch aus anderen Quartieren zu hören. So wird das Umfeld von Conillon wohl erst am Sonntagmorgen beraten, ob der Acatenango-Sohn an den Start kommt. Vor sechs Jahren, als am Samstag ein Unwetter die Hamburger zum Abbruch zwang, wurde der Vorausfavorit Sabiango wegen der Bodenverhältnisse auch erst am Morgen des Derbys abgemeldet. Und in Schlenderhan soll auch erst einmal die Entwicklung abgewartet werden.
Keine guten Zeiten also, um exakte Prognosen abzugeben. Trotzdem sind es drei, vier Pferde, die genannt werden, wenn es denn um einen möglichen Derbysieger geht.
Natürlich diejenigen mit dem höchsten Rating, Persian Storm (Foto), der in München so souverän gewann und seinem Betreuer bei der ersten Derbyteilnahme gleich einen Triumph bescheren könnte, Axxos, der Union-Sieger, der sich nicht zuletzt wegen des Rittes von Andrasch Starke beim Hamburger Publikum großer Beliebtheit erfreuen wird, und Conillon, die Nummer eins aus dem mächtigen Quartier von Andreas Wöhler, die Wahl von Stalljockey Eddie Pedroza.
Mehr als ein exotischer Farbtupfer wird Anton Chekhov sein. Ob denn nun der Besitzwechsel noch vor dem Derby über die Bühne geht oder nicht – Ballydoyle-Trainer Aidan O’Brien hatte noch nie einen Starter in Horn und der Montjeu-Sohn sollte unter den aktuellen Umständen alles andere als aussichtslos sein. Lesen Sie die Vorschau auf die einzelnen Starter in der Rubrik Toprennen.











