Es gibt sie noch, die Listenrennen mit einer kopfstarken, qualitätvollen Besetzung, auch wenn die Dotierung international vielleicht nicht jeden vom Tisch reißt. Das Hauptereignis der Riemer Fronleichnamskarte ist da das beste Beispiel. Neun Pferde wurden als Starter für den Großen Canon-Preis angegeben, es geht über 2800 Meter, eine Extremdistanz, die aber scheinbar genau den Geschmack der Trainer gefunden hat.
Sogar als England kommt ein Starter: Foreign Affairs mag schon neun Jahre zählen, doch muss ihn das nicht von guten Leistungen abhalten. Er kommt aus dem Stall von Sir Mark Prescott aus Newmarket, einem Trainer, dem die Wege für seine Pferde nicht weit genug sein können, der ein genauer Leser der Ausschreibungsbücher außerhalb von England ist. Schon vor drei Jahren war Foreign Affairs in Deutschland am Start, er gewann damals unter Jimmy Quinn ein über 2200 Meter führendes Listenrennen gegen ein gewissen Epalo.
Das ist natürlich ein paar Tage her und es ist etwas unklar, wie es aktuell um das Leistungsvermögen des Veterans bestellt ist, Denn bei seinem einzigen Start in dieser Saison war er Letzter: Akkurat 37 Längen vom Sieger, dem im Gestüt Wittekindshof gezogenen Peppertree Lane geschlagen. Das ist natürlich kaum ermunternd, doch würde ihn sein charismatischer Trainer (einer der wenigen Betreuer in England, bei dem es eine Warteliste für Besitzer gibt) kaum auf eine solche Reise schicken, Pat Cosgrave hat den Ritt bekommen.
Die Gegnerschaft aus Deutschland ist aber keineswegs zu unterschätzen. So etwa ein Pferd, das seiner Umgebung (und den Wettern) schon reichlich Kopfzerbrechen gemacht hat. Jump For You, ein startschwieriger Geselle aus dem Stall von Werner Baltromei, verweigerte in Baden-Baden seinen Einsatz, nachdem es in Köln zuvor noch bestens geklappt hat. Yann Lerner soll es im Sattel diesmal richten. Caudillo (Foto, Alessandro Schikora) kommt mit frischer Siegform aus Baden-Baden an den Start, wagt sich, was die Distanz anbetrifft, auf noch relativ unbekanntes Terrain.
Erprobte Steher sind dagegen Carus (Gary Hind) und Evinado (Christian Czachary), der noch nicht allzu lange im Stall von Trainer Werner Glanz steht. Für Dragon Fly wird mit William Mongil ein guter Bekannter aus Frankreich eingeflogen.










