Was war das für eine Dramatik schon vor dem Henkel Preis der Diana. Das mit 350.000 Euro höchstdotierte Stuten-Rennen, das je auf einer deutschen Galopprennbahn gelaufen wurde, ging ohne die heiße Favoritin Miramare ab. Nichts wurde es mit einem Auftritt der Schlenderhanerin, die auf fast jeder Rechnung dieses 2200 Meter-Gruppe I-Rennens vor voller Kulisse auf dem Düsseldorfer Grafenberg aufgetaucht war.
Bitter für den Reiter- und Rennverein, der 51.210 Euro zurückbezahlen musste. Doch das soll den grandiosen Erfolg von Stall Lintecs Mystic Lips in keiner Weise schmälern.
Denn in einer Manier, die einen von den Sitzen riss, sicherte sich die Generous-Tochter aus dem Kölner Stall von Andreas Löwe die Siegprämie von sage und schreibe 200.000 Euro und brachte Jockey Andreas Helfenbein einen weiteren Top-Triumph vor fast 20.000 Besuchern.
Löwe, um dessen Quartier es in den letzten Monaten etwas ruhig geworden war, der allerdings zahlreiche Stuten-Treffer schon gefeiert hatte, freute sich wie ein Schneekönig, nachdem seine Lady als 60:10-Mitfavoritin vorneweg marschiert war.
Im Einlauf setzte sich die Pilotin im Handumdrehen ab, verabschiedete sich auf Nimmerwiedersehen von der völlig chancenlosen Konkurrenz und widerlegte alle Zweifel an ihrem Stehvermögen, nachdem sie auf 600 Meter kürzerer Distanz im ersten Klassiker noch Zweite geworden war.
‚Von der Abstammung musste sie die Strecke bewältigen, doch war sie in den kürzeren Rennen immer anfangs sehr heftig, weshalb mir noch die ersten fünfhundert Meter Kopfzerbrechen bereitet hatten‘, signalisierte Andreas Löwe.
Mit großem Speed stieß Dominante fünf Längen hinter der Siegerin von einem der letzten Plätze (Zuckerpuppe war hinter den anderen Ladies abgesprungen) noch auf den zweiten Platz vor, die anstelle des erkranten Martin Dwyer Mick Fenton im Sattel hatte. ‚Sie hatte ein aufwändiges Rennen, ist aber stark gelaufen‘, erklärte Andreas Wöhler.
Avanti Polonia lief als Dritte glänzend. ‚Sie ist absolut klar im Kopf, hat sich toll verkauft‘, meinte Peter Schiergen über die Ebbesloherin, die Scoubidou, die nicht entscheidend weiter kam, auf Platz vier verwies.
Bittere Momente erlebte natürlich Miramares Trainer Jens Hirschberger. ‚Man hätte noch eine halbe Stunde mit ihr an der Startmaschine üben können, sie wäre wohl nicht hineingegangen‘, bedauerte er.











